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Von der Pastorale bis zum Radetzky-Marsch

Von der Pastorale bis zum Radetzky-Marsch

Bonner Jugendsinfonieorchester unter Andreas Winnen empfahl sich beim Benefizkonzert in Bad Godesberg

Bad Godesberg. In Festtagsstimmung zeigte sich das Bonner Jugendsinfonieorchester bei seinem Benefizkonzert zugunsten der Kindertagesstätte "Die Regenbogenkinder" des Vereins Sozialdienst katholischer Frauen. Eingeladen hatten die jungen Musikerinnen und Musiker, die sich (in gemeinsamer Trägerschaft der Musikschule Bonn, der Bezirksarbeitsgemeinschaft Musik Rheinland-Süd und des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums) erste Sporen als potenzielle Orchestermusiker verdienen wollen, ins Rheinhotel Dreesen.

Beethovens "Pastorale" und die "Prometheus"-Ouvertüre, drei Sätze der "Pelléas et Mélisande"-Suite von Fauré und Debussys "Prélude á l`après-midi d`un faune" geben an sich schon ein durchaus veritables Konzertprogramm ab, das man lokalpatriotisch noch um das Scherzo aus Schumanns "Rheinischer" ergänzt hatte.

Seit 1998 ist Andreas Winnen als musikalischer Leiter verantwortlich für das Orchester. Unter seinem recht straffen Dirigat, das sich durch präzise Schlagtechnik und umsichtige Einsätze auszeichnet, konnte sich Beethovens sechste Sinfonie sauber disponiert in natürlichem Fluss entwickeln, mit ordentlich gearbeiteten Übergängen und in überraschender, nahezu kammermusikalischer Transparenz.

Hatte insbesondere das Holz (Klarinette und Fagott) im Finale von Beethovens F-Dur-Sinfonie schon deutlich Präsenz zeigen können, so legte der Apparat bei Fauré, gebettet auf seidigen Streichern, durch die Anmut der 1. Oboe noch einmal zu. Aus der Deckung hatten sich die Musiker auch bei Debussy zu wagen: Flöte und Harfe in flirrend impressionistischer Helligkeit.

Und als schließlich noch ein idiomatisch überzeugend umgesetzter Melodie-Reigen der Strauss-Dynastie (samt Radetzky-Marsch) als Zugabe folgte, empfahl sich ein jugendlich frischer Bonner Klangkörper für eines der nächsten städtischen Neujahrskonzerte. Bravo!