Netzwerk Ludwig van B.: Viel Spaß in bunter Besetzung

Netzwerk Ludwig van B. : Viel Spaß in bunter Besetzung

"Stopp, stopp, stopp bitte, das müssen wir nochmal machen!" Ein Samstagvormittag im Adelheidis-Gymnasium in Bonn-Pützchen. Im Musiksaal proben die Mitglieder des Netzwerks Ludwig van B. ihr neues Stück, das am 19. Mai im Kammermusiksaal Premiere haben wird.

Regisseur Nikolaus Büchel ist noch nicht zufrieden und lässt eine Szene wiederholen. Es wird an letzten Details gefeilt, damit auch wirklich alles sitzt. "Quasi una Fantasia" lautet der Titel des Stückes, das wieder aus der Feder von Solveig Palm stammt. Die Initiatorin und geschäftsführende Vorsitzende des Netzwerks Ludwig van B. hat sich wieder in musikalische und historische Quellen vertieft und daraus eine szenisch-musikalische Collage amalgamiert. Seit 2005 schreibt sie solche Stücke. Angefangen hat das eher aus der Not heraus: "Das erste Stück sollte eigentlich gar kein eigenes Stück werden, es ist vielmehr aus einem Schulprojekt zu Beethoven und Schiller heraus entstanden", so Palm.

Ausgangspunkt für das neue Stück ist eine Alltagssituation: junge Musiker treffen sich zu einer Probe im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses und werden von Hauch des Genius loci angeweht und mächtig durchgewirbelt. Zukunft, Vergangenheit und Jetzt begegnen sich auf einmal und verbinden sich im emotionalen Raum der Musik. Auch wenn der Kammermusiksaal weniger für die Durchführung szenischer Projekte bekannt ist, für die Aufführung dieses Stückes kann es eigentlich keinen geeigneteren Ort geben. Es ist der erste Teil einer geplanten Musiktheatertrilogie zu Beethoven für das Beethoven-Jubiläum 2020.

Die Herausforderung bei diesem Stück war nicht zuletzt musikalische Schauspieler beziehungsweise schauspielernde Musiker zu finden. Das, so Palm, sei gar nicht so einfach gewesen. "Früher gab es mehr gute Leute, aber nicht zuletzt durch G8 findet die klassische Musik immer weniger Beachtung." Und so ist es eine bunte Besetzung, die gerade für "Quasi una Fantasia" probt: die älteren Rollen werden von Mitgliedern des Erinnerungstheaters übernommen, eine Geigerin war eine Empfehlung aus München, aber auch einige Bonner Talente sind dabei. Wie immer, wenn Palm zur Feder greift, kann man sich auf einen hintersinnigen szenisch-musikalischen Reigen gefasst machen. Man darf sehr gespannt sein.

Die Vorstellungen finden statt am 19., 27. und 28. Mai, jeweils 19.30 im Kammermusiksaal des Beethovenhauses. Kartenreservierung unter info@ludwigvanb.de. Weitere Infos zum Stück: http://lvb-2015.blogspot.de/