Viel Leidenschaft beim Dies academicus

Viel Leidenschaft beim Dies academicus

Orchester des Collegium musicum unter Leitung von Walter L. Mik gibt Sinfoniekonzert ganz in moll

Bonn. Vor der Tür sammelten Studenten eifrig Unterschriften für eine bessere Uni-Welt. Drinnen erklangen zwei musikalische Brocken zum Dies academicus, mit Begeisterung und großem Engagement vorgetragen vom Orchester des Collegium musicum unter der Leitung von Walter L. Mik.

Zwei Mal c-Moll. Diese Tonart weist ins Pathetische, der rechte Hintergrund also für den Einsatz der Studenten draußen. 22 Jahre benötigte Brahms für die Kompostion seiner ersten Sinfonie op. 68.

Bei aller Leidenschaftlichkeit ist die Sinfonie durch die Ausfeilung der einzelnen Gedanken geprägt. Ein symphonischer Ansatz, der nicht nach Äußerlichkeit drängt. Dennoch, wie kann es anders sein, gerät man bei Brahms leicht ins Schwelgen und Schwärmen, so auch an dem Konzertabend.

Dies verursachte einerseits betörende Momente, im letzten Satz riss einen die Schwärmerei für das "wunderschöne" Thema förmlich mit. Dennoch: Im Eifer der Leidenschaftlichkeit wurde doch immer mal wieder das ein oder andere Detail hinweggewalzt.

Zuvor hatte der vielversprechende, 1988 geborene Pianist Christian Fritz eine überzeugende Interpretation von Rachmaninows zweitem Klavierkonzert hingelegt. Eine unglaubliche Weite suggerierte er schon zu Beginn gemeinsam mit dem riesigen Klangkörper.

Zarte Dialogführungen bestimmten die introvertierten Stellen, die immer wieder tosenden Stellen weichen mussten. Abgesehen von dem Mangel an klanglicher Balance erlebte man eine hörenswerte Fassung des berühmten Konzerts.

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