Musiker Luis Wüst ist gestorben: Vater der Familienkonzerte

Musiker Luis Wüst ist gestorben : Vater der Familienkonzerte

Bei seinem letzten Auftritt als Moderator der Familienkonzerte im Juli 2003 ritt Luis Wüst auf einem Strohbesen über die Bühne. Ganz so wie der Zauberlehrling Harry Potter, um den es in dieser Vorstellung ging. Und natürlich um die Musik, die John Williams für die Kino-Adaption des Jugendbuch-Klassikers komponiert hatte.

Luis Wüst hat es immer verstanden, die Kinder und Jugendlichen für die Musik zu begeistern. Wie sein Sohn nun bekanntgab, ist Wüst am vergangenen Montag im Alter von 78 Jahren gestorben. In Bonn wird man ihn als begeisterten Musiker und Musikvermittler in Erinnerung behalten, der 1987 die Familienkonzerte des Beethoven Orchesters ins Leben rief und sie bis 2003, zwei Jahre nach seiner Pensionierung, leitete. "Ich wollte nie Kindergartenkonzerte geben. Was wir machen, ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Es muss ja nicht immer ,Peter und der Wolf' sein", sagte er einmal.

Luis Wüst war Argentinier. Er wurde in Rosario geboren und kam mit 16 Jahren nach Deutschland, wo er Klavier und Dirigieren studierte. Zu seinen Lehrern zählte unter anderem Herbert von Karajan. Seine Karriere führte ihn zunächst nach Wiesbaden, Ulm und Nürnberg als Repetitor und Kapellmeister. 1973 fing er beim Beethoven Orchester in Bonn an, das damals noch als Orchester der Beethovenhalle firmierte. Er war 27 Jahre lang Geschäftsführer und wirkte darüber hinaus in Konzerten und Opernvorstellungen an diversen Tasteninstrumenten von Klavier bis zur Orgel mit. In den insgesamt 73 Familienkonzerten, die er als Regisseur und Moderator gestaltete, trat er häufig auch selbst als Dirigent hervor.

Von Juni 1975 bis Dezember 1991 hat Wüst für den Deutschen Musikrat den Deutschen Musikwettbewerb organisiert und verwaltungstechnisch geleitet. Danach war er noch drei Jahre zusätzlich als Jurymitglied tätig.

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