Mitglieder des Kölner Gürzenich-Orchesters spielen in der Erlöserkirche: Ungetrübter Genuss

Mitglieder des Kölner Gürzenich-Orchesters spielen in der Erlöserkirche : Ungetrübter Genuss

Die Rückbesinnung aus das Alte war gleichzeitig auch ein Aufbruch ins Neue - jedenfalls im Falle von Komponisten wie Claude Debussy, Eric Satie und Albert Roussel.

Alle drei standen im Zentrum eines Konzertes im Rahmen der Kammermusikreihe im alten Gemeindesaal der Erlöserkirchengemeinde in Bad Godesberg, die von Mitgliedern des Kölner Gürzenich-Orchesters bestritten wird.

Die jeweilige Ausprägung mag dabei sehr unterschiedlich gewesen sein, angefangen mit Debussys elegant sublimierter Klangraffinesse über Saties ironisch bis sarkastische Werke bis hin zu Roussels tonale wie kompositorische Grenzen auslotender Musik.

Seine Serenade op. 30 stand am Ende des Konzertes und wurde von den Musikern des Gürzenich-Orchesters - von gelegentlichen Unwuchten in der Klangbalance einmal abgesehen - mit großartiger Spannung und vor allem im mitreißenden Finale mit außerordentlichem Schwung gespielt.

Am Anfang des Abends hatte die Violinsonate Debussys gestanden, sein letztes vollendetes Werk. Natalie Chee, Violine, und Mariko Ashikawa, Klavier, widmeten sich diesem Opus mit subtil dosierter Eindringlichkeit und Eleganz, sodass es auf den Punkt genau geriet, ebenso wie die beiden anderen an diesem Abend zu hörenden Sonaten Debussys: jene für Flöte (Anja Velkaverh), Violine und Harfe (Andreas Mildner) sowie der für Violoncello (Oren Shevlin) und Klavier.

Auch hier musizierte man mit unaufdringlicher Brillanz ebenso wie mit einem untrüglichen Gespür für Klangfarben und formale Architektur dieser Musik. Bereichert wurde der Abend durch einige tiefgründige Petitessen von Satie für Violine und Klavier - ein ebenso vergnüglicher wie ungetrübter und hintergründiger Genuss.

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