"The ‘59 Sound": The Gaslight Anthem gibt Konzert in Köln

"The ‘59 Sound" : The Gaslight Anthem gibt Konzert in Köln

The Gaslight Anthem, dir als Retter des Punkrock gefeiert werden, feiern das legendäre Album „The ‘59 Sound“ mit zwei ausverkauften Shows im Kölner Palladium.

Ein Album zu schreiben, das in der Fan- wie auch Kritikergemeinde als Meilenstein gefeiert wird, ist nur wenigen Bands überhaupt vergönnt. The Gaslight Anthem schafften dies bereits drei Jahre nach ihrer Gründung 2005 mit ihrem zweiten Langspieler „The ‘59 Sound“. Als Retter des Punkrock wurden sie fortan gefeiert und mit einem immer größer werdenden internationalen Erfolg belohnt – vor allem, weil das Quartett aus New Brunswick in New Jersey sich eben nicht nur auf die guten, alten drei Akkorde und Melodien zum Mitgrölen besinnt, sondern auch Einflüsse von Bruce Springsteen, The Cure oder der amerikanischen Soulmusik à la Marvin Gaye einfließen lässt.

Zum zehnten Geburtstag ihres Meilensteins schenkte die Band ihren Fans nicht nur vor anderthalb Monaten eine neuaufgelegte Version des Albums mit unveröffentlichten Demoversionen, B-Seiten und einem extradicken Booklet sondern auch eine Mini-Tour, bei der sie in Deutschland nur in Köln im Palladium spielten. Dort dafür an zwei Abenden hintereinander. Weil die Tickets für das Konzert am Samstag in Windeseile ausverkauft waren, gab es am Sonntag eine – ebenso ausverkaufte – Zusatzshow. Wirklich verwunderlich war der Andrang jedoch nicht, immerhin steht der offizielle Bandstatus seit 2015 auf „unbestimmte Bandpause“.

Von dieser Pause war in Köln jedoch nichts zu sehen. Brian Fallon, Alex Levine, Benny Horowitz und Alex Rosamilia spielten eine von vorne bis hinten überzeugende, aufs Wesentliche reduzierte und passend zu den Temperaturen im Palladium schweißtreibende Rockshow, die vor allem durch den Energieaustausch zwischen Band und Fans ihren besonderen Charme erlangte. Und das funktionierte ganz ohne gesprochene Worte. Trotz der langen Pause gaben sich die Musiker wortkarg. Die Botschaften stecken einzig in Fallons mit kratziger Stimme gesungenen Texten, die mit voller Inbrunst von der Anhängerschaft zurückgeschmettert werden – von der ersten bis zur letzten Zeile.

Das Album, um das sich auf dieser Tour alles dreht, wurde in voller Länge gespielt, jedoch nicht, wie es bei solchen Ehrenkonzerten für einen Silberling meist üblich ist, gleich zu Beginn der Show. The Gaslight Anthem packten die zwölf Stücke stattdessen in den mittleren Block des Konzertes und spielten davor und danach insgesamt 14 weitere Stücke, die die gesamte Diskografie der Band abdeckten. Mit „American Slang“ entließen sie gemeinsam mit ihrem Tour-Support Dave Hause die Fans zwar ohne Zugabe, dafür aber mit schweißnassen, glücklichen Gesichtern in die angenehme Kühle der Nacht.

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