Europäischer Klassik-Wettbewerb: Talente auf der Domplatte

Europäischer Klassik-Wettbewerb : Talente auf der Domplatte

Schon toll, das Finale dieses Europäischen Klassik-Wettbewerbs Open Air zu Fuße des Doms zu erleben. Erstmals in seiner Geschichte fand der 1982 gegründete "Eurovision Young Musicians" in Köln statt. Die Teilnehmer kamen aus 14 Staaten, und die eng getaktete TV-Show wurde in fast all diese Länder live übertragen.

Jörg Schönborn, WDR-Fernsehdirektor, begrüßte vor der Übertragung die zahlreichen Besucher und betonte die Bedeutung dieser "kleinen Schwester" des Eurovision Song Contests - beide Wettbewerbe werden von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) veranstaltet.

Ein wenig Glamour durfte auch bei diesem zweistündigen Event nicht fehlen: Dazu gehörten eine weiß-elegante Bühne, das ovalrunde Podium für die fünfköpfige Jury und die im grünen Abendkleid moderierende Sabine Heinrich. Zum großen Teil wurde English gesprochen, fürs internationale Fernsehpublikum. Kurze Spots stellten die maximal 19-jährigen Musikerinnen und Musiker vor.

Anschließend hatten sie fünf bis sechs Minuten Zeit, Häppchen aus ihrem Klassikrepertoire zum Besten zu geben; professionell begleitet vom WDR Sinfonieorchester unter der estnischen Gastdirigentin Kristiina Poska. Geschmeidige Klassik stand neben Anspruchsvollem. Natürlich waren die drei Solo-Hauptinstrumente Violine, Violincello und Klavier teils mehrmals vertreten. Doch es gab auch Blockflöte, Gitarre, Bratsche und Akkordeon. Zum Publikumsliebling wurde der gerade elfjährige Tscheche Martin Kot, der das Knopfakkordeon mit ebensolchen Augen spielte.

Und auch die außer Konkurrenz laufende Tanzgruppe "Flying Steps" begeisterte mit einer kurzen Performance zu Strawinskys "Der Feuervogel". Alle 14 Instrumentalisten präsentierten außerdem eine vom Briten Mark Adair extra komponierte "Fantasia for Cologne". Am Ende räumte wie bei der großen Schwester ein Österreicher ab: Der 15-jährige Ziyu He (Violine) studiert am Salzburger Mozarteum und überzeugte in Köln mit einem Auszug aus Bartóks zweitem Violinkonzert.

Neben dem von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans überreichten Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro bekam er eine edle Rolex vom Sponsor fürs Handgelenk. Aber vor allem darf er mit den Wiener Philharmonikern musizieren.

Der zweite Platz ging an den Slowenen Urban Stanic (Klavier) und der dritte an den Ungarn Gergely Devich (Violoncello). Die deutsche Teilnehmerin ging zwar leider leer aus. Aber die aus Rheinbach stammende Geigerin Judith Stapf, die an diesem Abend ihren Geburtstag feierte, wurde zumindest mit einem "Happy Birthday"-Ständchen überrascht.