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Bonner Kunstverein: Strickwand mit Systemfehler von Alexandra Bircken

Bonner Kunstverein : Strickwand mit Systemfehler von Alexandra Bircken

Wer sich beim Betreten des Bonner Kunstvereins unvermutet an Strickmuster und Maschengewebe erinnert fühlt, liegt damit nicht falsch. Zur freundlichen Caféatmosphäre, die im Foyer die Kommunikation unterstützt, gesellt sich seit kurzem eine großformatige Wandarbeit, die offensichtlich aus überdimensionalen Strickmaschen besteht.

Übertriebene Gemütlichkeit muss man dennoch nicht fürchten, denn das neun Meter lange Wandrelief besteht aus blankem Metall. Alexandra Bircken aus Köln hat "Uknit Bonn" auf Einladung des Kunstvereins speziell für die Foyerwand entworfen und in der Arbeit, die so klar und ornamental daherkommt, Heiterkeit und Ironie verwoben.

Ihr Studium im Bereich Mode schloss Alexandra Bircken (Jahrgang 1967) bereits 1995 in London ab und beschäftigt sich seither mit Stoffen und kunsthandwerklichen Techniken, die sie eigenwillig verwendet und mit denen sie hartnäckige Rollenklischees untergräbt.

Im Fall von "Uknit Bonn" wird zwar bereits im Titel auf das englische Wort für stricken angespielt, aber das Ergebnis dieser Tätigkeit fällt aus sämtlichen gewohnten Erfahrungen heraus. Aus dem üblicherweise anschmiegsamen Maschengewebe ist ein stählernes Ornament geworden, das seine Form nicht mehr im Gebrauch, sondern nur noch festgenagelt an der Wand entwickeln kann.

Wer etwas genauer hinschaut, wird eine vertikale Reihe mit linken Maschen entdecken, die mit schöner Regelmäßigkeit die gestrickte Einheit stört. Ein Fehler, den Alexandra Bircken in ihr perfektes System eingeschleust hat.

Bonner Kunstverein, Hochstadenring 22, bis 25. November, Di-So 11-17 Uhr, Do 11-19 Uhr.