Kunstkabinett Hennig: Spiel der flüchtigen Farbkleckse

Kunstkabinett Hennig : Spiel der flüchtigen Farbkleckse

Strahlend weiße Papierbögen, Bleistift, Kreide, Gouache und gelegentlich Tusche oder Ölfarbe sind die aktuell bevorzugten Requisiten von Klaus Evertz.

In seinem die Sinne aktivierenden Projekt "Open Drawings" konfrontiert der Düsseldorfer Meisterschüler von Gerhard Hoehme und Eleve von Jürgen Partenheimer mit brillanten Auszügen aus seinem seriell orientierten Schaffen.

Ähnlich wie in vorausgehenden Werkpräsentationen mit Titeln wie "Malerei-Farbhandlungen" (Kunstkabinett Hans Martin Hennig) oder "Bilder Formen Bewusstsein" (Kunstmuseum Bonn, 2005) überwiegen weitgehend improvisierte oder spielerisch aufscheinende Bildräume, die jedoch im Gesamtkontext betrachtet einen forschenden, diagnostizierenden Künstlergeist verraten. Insgesamt wecken die subtilen, auf Linie, Fläche und Raum konzentrierten Auseinandersetzungen entfernte Erinnerungen an Willem de Kooning und Cy Twombly.

Vertiefen kann sich sich der Besucher des Kunstkabinetts Hennig in rund 33 Papierarbeiten (1995-2014) und Gemälde, vorwiegend skizzenhaft diktierte Entwürfe, deren Spannweite von minimalistischen Farbtupfer-Ensembles bis zur poppig-energetischen Verdichtung von Umrissen, kryptischen Schriftzügen und amorphen Farbgeflechten reicht. Andere Werke evozieren eine gewisse Nähe zu Poesie, Aquarell oder Pastell. Clevere Komplotte zwischen Intuition und Reflexion dominieren vornehmlich die von Hans Martin Hennig arrangierten Kostproben.

Kernmotive, wie etwa zarte Vertikallinien, flüchtige Farbkleckse sowie eine hügelähnliche Erhebung und nicht zuletzt der stets mitwirkende Leerraum werden im Spiegel jeweils neu definierter Konstellation auf ihr assoziatives Potenzial hin untersucht.

Kunstkabinett Hans Martin Hennig, Argelanderstr. 79 (Hinterhaus), bis 5. April. Fr, Sa 16 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung unter der Rufnummer 0228/229721

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