"SOS Schwanensee"

Bonner Jugendtheater Marabu startet mit neuer Produktion in die Saison

Bonn. Mit einer fast komplett neuen Truppe startet die Junge Bühne des Theaters Marabu am Freitag in die neue Spielzeit. "SOS Schwanensee" heißt die neue Produktion, die dem berühmtesten Ballettmärchen aller Zeiten den Seenot-Hilferuf "Save Our Souls" voranstellt und trotz schwanenweißer Brautkleider einen See ohne Siegfried verspricht.

Und auch ohne Tutus und Pirouetten. Einen kleinen See wird es wird es jedoch geben in der Inszenierung von Tina Jücker und Claus Overkamp, die mit ihrer Jungen Bühne zum ersten Mal auf eine literarische Vorlage zurückgreifen.

Mit der letzten Produktion "Täglich Seife" haben sich nach der Einladung zum diesjährigen Bundestreffen der Jugendclubs an Theatern in Jena und Weimar haben sich viele Mitglieder des ehemaligen Ensembles verabschiedet. Nachdem die Junge Bühne Bonn jetzt gleich zweimal in Folge an diesem renommierten Festival teilgenommen hat, ist Tina Jücker in dessen Jury aufgerückt.

Für das neue Stück der Marabus selbst beginnen bald schon die Proben. Auch dieses folgt einer literarischen Vorlage: dem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2002 ausgezeichneten Buch "Wir alle für immer zusammen" des niederländischen Autors Guus Kuijer.

Julia Türk und Bene Neustein sind Gewächse der Jungen Bühne und werden die Rollen der Kinder übernehmen, während Tina Jücker und Claus Overkamp auf der Bühne allmählich in die Elterngeneration hineinwachsen. Regie bei dem heiter frechen Stück führt Ulrike Hatzer, Premiere ist Ende Januar 2007 geplant.

Die letzte Marabu-Produktion "Clara und ihr Vogel" - übrigens auch ein Schwan - ist bereits für etliche Festivals ausgewählt; im Oktober wird Tina Jücker für ihr Solo im Rahmen von "Käptn Book" auf dem Gelände der Halle Beuel ihr luftiges Kuppelzelt aufschlagen.

"Um Himmels Willen, Ikarus!" mit Claus Overkamp und Bene Neustein ist ohnehin viel unterwegs, wurde beim Festival "Theaterzwang" 2006 preisgekrönt und in ein Auftrittsnetzwerk eingebunden, das insbesondere den auswärtigen Gastspielen finanziell unter die Arme greift.

Mit so viel Aufwind sind die Marabus im Sommer sogar bis nach Griechenland geflogen und haben ihre bezaubernde Vater-Sohn-Geschichte genau in dem südkretischen Dorf gespielt, wo der Sage nach Dädalus und Ikarus ihr - im Mythos höchst gefährliches - Flugexperiment starteten.

An "ORIENTierung" mangelt es den Marabus jedoch nicht. Mit 80 Kindern der Ennert-Grundschule gehen sie im Rahmen dieses Landesprojektes zusammen mit drei Künstlern aus dem islamischen Kulturraum im September auf große Reise zu "Märchen, Mythen und wahren Geschichten" aus und über den Orient.

www.theater-marabu.de