Konzert: Siegburger singen und schwingen

Konzert : Siegburger singen und schwingen

Unter dem Motto "Siegburg singt, Siegburg swingt" stand das Gemeinschaftskonzert, das sechs Chöre aus dem Siegburger Stadtgebiet am Samstagabend in der Rhein-Sieg-Halle gaben.

Den Begriff "Swing" hatten die Gastgeber - der Siegburger Madrigalchor, die Chorgemeinschaft Germania, der Schubertbund, "KlangArt", der Männergesangverein Wolsdorf sowie der Männerchor und das Damenensemble "Bravoices" des MGV Braschoß - bei der Wahl des Programmtitels jedoch offenbar großzügig ausgelegt. Denn mit Big-Band-Sound, jazzigen Harmonien und der Swing-spezifischen leichten Rhythmus-Spielart ("gegen den Takt") hatten die wenigsten Titel etwas zu tun - eher von einem "Schwingen", im Sinne von "Mitwippen", zu dem die Chöre ihr Publikum mit den größtenteils volkstümlichen Liedern gleichwohl zu verleiten wussten, konnte angesichts des Programms die Rede sein.

Mit dem "Frühlingslied" von Schubert sowie dem bekannten "O Täler weit, o Höhen" (Mendelssohn Bartholdy) eröffneten die Sänger des Schubertbundes den Abend, ehe es mit dem aus dem Musical "My fair lady" bekannten "Ich hätt' getanzt heut' Nacht" dann erstmals "beschwingter" wurde.

Mitzunehmen wussten diesen Rhythmus im Anschluss die Männerchöre aus Wolsdorf sowie Braschoß mit ihren gemeinsam dargebotenen Stücken "Heimweh" (bekannt durch Freddy Quinn), "Diplomatenjagd" (Reinhard Mey), "Deutschmeister Regimentsmarsch" und dem "E kölsche Fiakkerleed". Von Swing zwar auch hier keine Spur, doch zum Mitwippen animierten die Sänger ihr Publikum, ehe das Braschoßer Damenensemble "Bravoices" das eher andächtige "Hallelujah" von Leonard Cohen intonierte: Das erste englischsprachige Lied des Abends war eine willkommene Abwechslung. Ganz in ihrem Element fühlten sich die Frauen offenbar beim Sebusschen "Rheinpanorama", mit dem sie für Stimmung in der etwas über die Hälfte gefüllten Halle sorgten.

Nach zwei weiteren Stücken, die die Bravoices zusammen mit den Männerchören darboten, folgte dann mit "KlangArt" ein Highlight des Abends: Der gemischte Chor eröffnete mit dem sauber intonierten und mit toller Dynamik gesungenen "The rose" von Bette Midler, machte mit "What a wonderful world" einen Ausflug in den Jazz, sang ein sauberes "Ave Maria" und zauberte mit dem "musikalischen WM-Gruß" "Un poquito samba", bei dem Chorleiter Ruslan Aliyev das Publikum durch Tanzeinlagen zum Mitklatschen animierte, Copacabana-Gefühl in Siegburg.

Nach halbstündiger Pause begeisterte der Siegburger Madrigalchor mit drei Stücken: Dabei standen mit "Night and day" sowie "In the mood" auch endlich zwei Jazz- beziehungsweise Swing-Klassiker auf dem Programm, ehe die Chorgemeinschaft Germania mit einem Potpourri aus bekannten Volksliedern den letzten Einzelauftritt des Abends beging.

Zum Abschluss besangen alle Chöre (insgesamt über 200 Sänger) gemeinsam mit "Musik kennt keine Grenzen" die verbindende Wirkung der Musik und luden bei "Kein schöner Land" das Publikum zum "Singen und Schwingen" ein.

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