Hard-Rock-Institution Def Leppard: Sie lassen es krachen

Hard-Rock-Institution Def Leppard : Sie lassen es krachen

Als Aufnäher mit den spitzwinkligen gelben Lettern war das Bandlogo von Def Leppard auf den Kutten vieler Hard-Rock-Fans Pflicht, hatte dort auch viele Jahre überdauert. Die Band selbst hatte sich hingegen eher rar gemacht, 2008 war mit "Songs From The Sparkle Lounge" das letzte Album erschienen.

Im Kölner Palladium gab die britische Hard-Rock-Institution während ihrer drei Konzerte umfassenden Deutschlandtour ein Konzert und begeisterte gut 3000 treu gebliebene Fans mit einem überraschend vitalen Auftritt.

Das Quintett, das 1977 in Sheffield zusammenfand, macht den Konzertauftakt spannend. Als Reverenz an The Who erklingt zunächst deren Klassiker "Won't Get Fooled Again", ehe dann "Disintegrate", sozusagen als zweites Intro, die Spannungskurve weiter nach oben steigen lässt. Dann kommen Def Leppard auf die Bühne und lassen es mit "Rock! Rock! (Till You Drop)" und der bewährten Mischung aus krachenden Gitarrenriffs und eingängigen Hooklines erst mal richtig krachen.

Mit "Let It Rock, Let It Roll, Let It Go" gibt Frontmann Joe Elliott die rockmusikalische Stoßrichtung für die folgenden 90 Minuten vor. Ihre große Zeit hatte Def Leppard zwischen 1981 und 1992. Schicksalsschläge wie der Autounfall von Schlagzeuger Rick Allen, bei dem er seinen linken Arm verlor und seitdem an einem Spezial-Drumset seinen antreibenden Job ausübt, oder der frühe Drogentod von Gitarrist Steve Clark setzten der Band zwar zu, sie aber nie außer Gefecht. Wenn "Hysteria", Titelsong des gleichnamigen Albums, oder "Pour Some Sugar Over Me"angestimmt werden, herrscht Jubelstimmung unter den Fans.

Sie feiern, weil alt Vertrautes auch nach fast 40 Jahren nichts von seiner ursprünglichen Lebendigkeit verloren hat.

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