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Kölner Philharmonie: Serge Zimmermann brilliert beim WDR

Kölner Philharmonie : Serge Zimmermann brilliert beim WDR

Der 22-jährige Kölner Serge Zimmermann erlebte ein gefeiertes Heimspiel, nachdem die Anfrage des WDR Sinfonieorchesters ihn erreichte, ob er bei den Sinfoniekonzerten am Wochenende in der Kölner Philharmonie für die erkrankte Geigerin Lisa Batiashvili einspringen wolle.

Sergej Prokofjews zweites Violinkonzert in g-Moll wollte die georgische Geigerin eigentlich spielen, eine Wahl, an der Zimmermann offenbar nichts auszusetzen hatte. Zu verführerisch schön ist aber auch bereits die Solo-Introduktion, deren melodische Schlichtheit der junge Musiker wunderbar seelenvoll intonierte.

Zimmermann hat ein sehr natürliches Gespür für die ausgeprägten lyrischen Seiten der Komposition, die der heimwehkranke Prokofjew kurz vor seiner Rückkehr aus dem westlichen Exil in die russische Heimat geschrieben hatte. Für die orchestrale Einbettung war der junge japanische Dirigent Kazuki Yamada zuständig, der das Orchester zu einem sehr luftigen, transparenten Spiel animierte.

Erst im dritten Satz verfliegt jegliche Melancholie, stattdessen darf die Geige dann virtuos auftrumpfen. Zimmermann kostete das auf mitreißende Weise aus. Das Publikum war begeistert, und der Musiker bedankte sich mit Paganinis Caprice Nr. 9, deren Charme der Sohn des berühmten Geigers Frank-Peter Zimmermann überzeugend herüberbrachte.

Sozusagen eingespielt hatte sich das Orchesters mit Maurice Ravels "Le Tombeau de Couperin", dessen farbige Instrumentierung Yamada eindrucksvoll zum Leuchten brachte. Insbesondere die Holzbläser mit der herausragenden Solooboe beeindruckten mit ihrem sehr fein aufeinander abgestimmten Spiel.

Camille Saint-Saëns große Orgelsinfonie erklang zum Schluss. Yamado kontrollierte die Musikermassen souverän und mit leichter Hand, ließ den ersten Satz wunderbar zart ausklingen und langte dann im zweiten und letzten Satz kraftvoll zu. Das Orchester spielte das populäre Stück mit Wucht, der Christian Schmitt majestätische Orgelakkorde an die Seite stellte. Begeisterter Applaus beschloss den Freitagabend in der sehr gut besuchten Philharmonie.