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"Elvis - Das Musical" in der Beethovenhalle: Seite an Seite mit einer Legende

"Elvis - Das Musical" in der Beethovenhalle : Seite an Seite mit einer Legende

Ein Musical über Elvis Presley? Zugegeben, das weckt Erwartungen - und das müssen nicht unbedingt die besten sein. Der Abend könnte in zuckersüßen Klischees kleben bleiben. Könnte, tut er aber nicht. Ganz im Gegenteil.

Vergessen wir mal geflissentlich, was Priscilla - geschäftstüchtig wie sie nun mal ist - aus Graceland im fernen Memphis/Tennessee gemacht hat. An diesem Abend in der voll besetzten Bonner Beethovenhalle gibt es überhaupt nur einen König: die Musik. Vom Gospel bis zum Rock'n'Roll - der Hauptdarsteller, der Ire Grahame Patrick, lässt uns plötzlich wieder daran glauben, dass sein Idol zuerst und vor allem eines wollte: singen, den Rhythmus in sich spüren und alle Welt daran teilhaben lassen, was ihn selbst erfüllt.

Das klingt jetzt ein wenig pathetisch? Macht nichts. Es kommt noch besser. Mit Ed Enoch, dem Leadsänger des Stamps Quartetts aus Nashville/Tennessee, das Elvis vom Februar 1971 bis zum August 1977 auf Tour begleitete, steht eine echte Legende auf der Bühne: mal dezent im Hintergrund, mal im Duett mit dem "King," was die Bonner zu stehenden Ovationen und Bravo-Rufen hinreißt. Bereits vor der Pause, wohlgemerkt.

So wie sich der Abend zum Glück eben nicht in das sattsam bekannte Musical-Schema pressen lässt. Dass Kostüme, Mimik und Gestik eins zu eins passen und dass die Spielszenen, die den Aufstieg des einfachen Lastwagenfahrers zum Megastar nachzeichnen, erfrischend kurz gehalten sind, versteht sich von selbst. Dass die Faszination Elvis von Reihe zu Reihe beinahe schon mit Händen zu greifen ist - zugegeben, das hat schon was. Aber der wahre Star ist hier die Musik, und er ihr Gewährsmann: zuerst und zuletzt.