Schubert liebte diesen Klang

Klassische Philharmonie in Muffendorf

Bad Godesberg. Franz Schubert stand im Mittelpunkt des letzten Konzerts der Reihe "Die Großen und ihre Zeitgenossen" in der Muffendorfer Kleinen Beethovenhalle.

Seine "Arpeggione-Sonate" hatte Schubert ursprünglich für ein Instrument geschrieben, das einer Gitarre ähnelte, aber wie ein Violoncello gestrichen wurde. Schubert liebte den Klang, der sich in der Höhe der Oboe, in der Tiefe dem Bassetthorn angenähert haben soll. Das Instrument verschwand, nicht jedoch das Werk aus dem Repertoire der Cellisten. Es besticht durch tief empfundene Melodik, gibt dem Solisten aber auch reichlich Gelegenheit, virtuoses Können in fein gestochenem Passagenwerk zu verbreiten.

Der Cellist Julius Grimm erwies sich als eminent gestaltungssicherer Interpret, sein organisches Spiel gab den Motiven Leben und plastische Gestalt. Vor allem im zweiten Satz entwickelte er wunderbare Spannungsbögen, konnte aber auch kraftvoll packend spielen, ohne je den klangvollen, runden Ton zu vernachlässigen. Reibungslos geriet das Zusammenspiel mit der Klassischen Philharmonie unter Heribert Beissel.

Zur fünften Sinfonie Schuberts ist das Bonmot "Mozart auf die Weise Schuberts" bekannt. Ein heller, schwebender Klang und eine diskrete Leichtigkeit prägen das Stück. Die Klassische Philharmonie stellte diese Merkmale sinnfällig heraus, mit zügigen Tempi, filigraner Artikulation und gut ausgehörter Klangbalance. Gleichzeitig vermied es Beissel, eine allzu glatte Oberfläche zu polieren, Akzente behielten ihre Schärfe, dramatische Passagen brausten stürmisch dahin.

Gioacchino Rossini war Schuberts zu Lebzeiten ungleich berühmterer Zeitgenosse. Seine erste Streichersonate eröffnete das Konzert, eine launige Komposition, die vom Orchester mit Lust an feiner Ironie dargeboten wurde. Gefällig sprudelten schließlich die Läufe und Kadenzen dahin, die Saverio Mercadante in seinem Flötenkonzert e-moll zusammengenäht hat. Ingo Nelken, erster Flötist der Klassischen Philharmonie, bot in dem Vorzeigestück eine eindrucksvolle Leistung.

Mehr von GA BONN