Reihe "Kammermusik Köln": Romantische Stimmungsbilder

Reihe "Kammermusik Köln" : Romantische Stimmungsbilder

Das junge Alinde Quartett gastierte in Bad Godesberg.

Einmal pro Saison gönnen es sich die Musiker der "KammermusikKöln", sich nicht nur einzelne Gäste, sondern gleich ein ganzes Gastensemble einzuladen.

Beim diesjährigen Neujahrskonzert der Reihe im Historischen Gemeindesaal an der Kronprinzenstraße war somit das Alinde Quartett zu Gast.

Das junge Streichquartett, bestehend aus Eugenia Ottaviano, Guglielmo D. Marchesi (Violinen), Erin Kirby (Viola) und Moritz Benjamin Kolb (Violoncello) hat sich vor sieben Jahren gegründet und konnte seitdem bereits einige Erfolge verzeichnen, so beispielsweise den zweiten Platz bei der Salieri-Zinetti International Chamber Music Competition als bestes Streichquartett sowie Einladungen zu Kammermusikfestivals auf der ganzen Welt.

Gerade ist die neue CD des Alinde Quartetts erschienen, "Lichtwechsel" mit Werken von Purcell und Mendelssohn.

Um Licht- und Stimmungswechsel ging es auch an diesem Abend, den die musikalischen Gäste in der ersten Hälfte alleine gestalteten. Mit Hugo Wolfs "Italienischer Serenade" stand ein lichtes Werk am Beginn des Programms, dessen Charakter die Musiker ausgesprochen gut vermittelten.

Sie überzeugten zudem mit großer Ausgewogenheit der Stimmen. Mit dem Quartett op. 80 von Felix Mendelssohn Bartholdy setzten sie die erste Konzerthälfte fort. Dieses ist ein Gegenpol zu Wolfs heiterem Werk, ist es doch kurz nach dem Tod von Felix geliebter Schwester Fanny entstanden.

Getrieben, aber auch mit wunderbaren Kantilenen im Violoncello erklang der erste Satz. Ähnlich aufwühlend, jedoch dieses Mal vor allem durch den Rhythmus, den das Alinde Quartett sehr akzentuiert umsetzte, war das Scherzo zu hören. Einen Lichtblick bildete der dritte Satz, den die Musiker berückend schön und mit viel Wärme umsetzten, bevor ein erneut ruheloser Finalsatz das Werk beendete.

Nach der Pause gesellten sich Matthias Buchholz (Viola) und Oren Shevlin (Violoncello) zu den jungen Kollegen für Arnold Schönbergs erstes - und noch spätromantisch angelegtes - Kammermusikwerk, das Streichsextett "Verklärte Nacht". Mühelos und schön gestaltet gelang den Musikern das komplexe Werk.

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