KammerMusikKöln lud zum Rezital: Romantik im Gemeindesaal

KammerMusikKöln lud zum Rezital : Romantik im Gemeindesaal

Die Kammerkonzerte der KammerMusikKöln im Historischen Gemeindesaal in der Kronprinzenstraße erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit - auch an einem heißen Maiabend.

Liegt ansonsten auch in den bunten Besetzungen der Konzerte ein besonderer Reiz, so luden die Musiker an diesem Abend zum ersten Mal in der Reihe zu einem Rezital ein.

Zu hören waren der Cellist Oren Shevlin und die Pianistin Mariko Ashikawa, die eine ausgezeichnete Kammermusikerin ist. Dies zeigte sich bereits in den Fünf Stücken im Volkston von Robert Schumann, mit denen der Abend eröffnet wurde.

Ein charmanter Einstieg war bereits das erste Stück, das "Mit Humor" überschrieben ist. Sehr transparent gestalteten die beiden Musiker diesen Beginn. Trotz lyrischer Schlichtheit gelang das zweite Stück, kraftvoll und virtuos setzte Shevlin das nächste Stück um. Den Abschluss der fünf Stücke mit der Vortragsbezeichnung "Stark und markiert" setzte Shevlin ebenso gelungen um.

Kniffliger Dialog zweier hervorragender Musiker

Dabei trat Ashikawa feinfühlig an den relevanten Stellen hervor, sodass sich eine wunderbare Balance ergab. Besonders wichtig sollte diese auch in Brahms' Cellosonate op. 38 sein, die vom Komponisten gleichberechtigt angelegt ist. Voller Ausdruck erklang der erste Satz, im zweiten Satz ließ Oren Shevlin das Cello regelrecht tanzen, und Ashikawa gestaltete ganz wunderbare, selten so filigran zu hörende Übergänge zum Trioteil.

Ein wunderbarer und höchst kniffliger Dialog der beiden hervorragenden Musiker erklang im Fugenteil des Finalsatzes, sodass bereits die erste Konzerthälfte mit Begeisterungsstürmen endete. Die zweite Konzerthälfte hielt eine Rarität für das Publikum bereit, nämlich Griegs Sonate a-Moll op. 36, eines seiner eh schon raren kammermusikalischen Werke.

Im Cello sehr virtuos und im zweiten Teil rhythmisch sehr pfiffig erklang der erste Satz, wie aus einer anderen Welt eröffnete Ashikawa den langsamen Mittelsatz, der das Publikum fesselte.

Zunächst fast tonlos und ohne jedes Vibrato, stieg Shevlin in den Finalsatz ein, der sich zu einem quirligen volksliedhaften Thema entwickelte. Nach diesen weiteren Highlights wurde es dann richtig passend zu den herrschenden Temperaturen mit Astor Piazzollas Le Grand Tango, den dieser für niemand Geringeren als Mstislav Rostropovitch komponiert hatte.

Auch hier bewiesen Shevlin und Ashikawa ihr geradezu perfektes Zusammenspiel und entführten virtuos nach Argentinien.

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