Collegium musicum in der Uni Aula: Rheinische Musizierfreude mit Schumann

Collegium musicum in der Uni Aula : Rheinische Musizierfreude mit Schumann

Zwei romantische Schlüsselwerke standen auf dem Programm des Semesterabschlusskonzertes des Collegium musicum: die sogenannte "Rheinische" von Robert Schumann, und die Es-Dur Messe von Franz Schubert.

Das eine weltlich, das andere geistlich, vielleicht lag es ja unter anderem hierin begründet, dass man unterschiedliche Aufführungsorte gewählt hatte. Während eine erste Aufführung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stiftskirche über die Bühne ging, war man am zweiten Abend in der Aula der Universität zu Gast, ein Heimspiel wie in früheren Zeiten also.

Musikalisch war die Aufführung in der Aula eine ganz und gar runde Sache. Schumanns dritte Sinfonie in Es-Dur, wie die "Rheinische" genau heißt, wurde unter der Leitung von Michael Barth mit gewissermaßen rheinischer Musizierfreude gespielt.

Fulminant und kraftvoll gelang etwa der erste Satz, flink und sauber nahm man das Scherzo, mit sprühendem Temperament das Finale. Die Spielkultur des Orchesters des Collegium musicum war ausgezeichnet und wurde Schumanns sinfonischer Hommage an das Rheinland mehr als bloß gerecht, vor allem die homogenen Streicher und die vorzüglichen Bläser zeigten einmal mehr, dass das Collegium wieder an das ausgezeichnete Niveau in seiner Blütezeit anzuknüpfen versteht.

Im zweiten Teil des Abends kam der Chor des Collegium musicum hinzu, der seit geraumer Zeit von Ansgar Eimann geleitet wird. Wie es schien, hat Eimann ausgezeichnete Arbeit geleistet, denn der Chor klang so gut wie lange nicht mehr. Ein ausgewogenes Klangbild, leuchtende Soprane und gut durchhörbare Mittelstimmen, sowie ein sanft, aber nachdrücklich grundierender Bass: Nur in seltenen Momenten brach zuweilen eine Stimme aus diesem sauber austarierten Klangbild aus.

Polyphone Strukturen wurden ebenso deutlich herausmodelliert wie hymnische Passagen eindrucksvoll inszeniert und auch das mit Julia Reckendrees, Alexandra Thomas, Leonhard Reso und Christoph Scheeben ausgezeichnete Solistenquartett fügte sich bestens in das Klangbild ein.

Keine Frage, sowohl Orchester als auch Chor des Collegium musicum präsentierten sich an diesem Abend in großartiger Verfassung.

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