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Jephta in der Beethovenhalle: Qual statt Qualität

Jephta in der Beethovenhalle : Qual statt Qualität

Eigentlich ist die Geschichte von Jephta, dem Anführer der Israeliten, der nach einem Sieg gegen die Ammoniter in die Lage gerät, seine Tochter Iphis opfern zu müssen, eine Geschichte voller Dramatik, Leidenschaft und Emotionen.

Eigentlich, denn beim Konzert des Bach-Chores Bonn war davon nur selten etwas zu spüren. Im Gegenteil, es war sogar eine ziemlich müde Darstellung des Oratoriums von Georg Friedrich Händel, die der Chor und das amadeus ensemble unter der mutlosen Leitung von Horst Meinardus in der Beethovenhalle ablieferten.

Das fing mit dem weitgehend konturlosen Spiel des Orchesters an. Zwar befleißigte man sich eines strukturierten Non-legato, doch zumeist spielte man uninspiriert, monoton, setzte kaum Akzente und leierte Phrasen nicht selten ohne Betonungen oder Anflüge einer akzentuierten Gestaltung herunter. Die Tempi waren mitunter so quälend langsam, dass jede Spannung verloren ging.

Der Chor hinterließ keinen besseren Eindruck. Der bemüht wirkende Ensembleklang war diffus und kaum homogen, die Intonation mitunter fragil und die Einsätze unsicher. Zwischen Chor und Orchester taten sich gerade bei bewegteren Passagen große Löcher auf, weil der Chor bei Koloraturen nicht mitkam. An eine textorientierte Gestaltung war bei derlei eklatanten Defiziten gar nicht zu denken.

Bei den Solisten hinterließ allein der oft kurzatmig wirkende Wolfgang Klose einen weniger guten Eindruck. Alexandra Thomas, Maria Friederike Schröder, Andreas Petermeier und Annika Boos schlugen sich ausgezeichnet. Herausragend war allein Jakob Huppmann mit seinem schönem Altus. Am Ende gingen quälende drei Stunden mit einem eindeutigen Fazit zu Ende: Gelohnt hat sich diese Aufführung nicht.