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"Raus mit der Sprache": Poetry Slam im Opernhaus

"Raus mit der Sprache" : Poetry Slam im Opernhaus

Eine Erfolgsgeschichte erreicht ihren (vorläufigen) Höhepunkt. Trotz Sommerhitze und Premium-Grillwetter sind mehr als 500 Zuschauer ins Bonner Opernhaus gekommen, um die XXL-Ausgabe des Poetry Slams "Raus mit der Sprache" zu verfolgen.

Vorausgegangen waren seit April des Vorjahres neun Veranstaltungen in der Halle Beuel, allesamt ausverkauft mit jeweils 250 Besuchern.

Soviel steht jetzt schon fest: Wer am Sonntagabend jenen knapp dreieinhalbstündigen Dichterwettstreit mit hohem Entertainment-Faktor erlebt hat, kann den Organisatoren wie der Bonner Kulturszene nur wünschen, dass die neue Intendanz diese einmalige Reihe weiterleben lässt. Ein optimaler künftiger Austragungsort wäre sicherlich die Werkstattbühne. Bislang warten die Macher von "Raus mit der Sprache" allerdings noch auf ein Zeichen des neuen Intendanten Bernhard Helmich.

Im Rahmenprogramm eine extrem sympathische, barfuß wie pulsierend auftrumpfende Gypsy-Dance Band, die auch balladensicher ist (Die Blümchenknicker) und ein begnadeter Stimmenimitator (Christian Schiffer von 1Live). Das stets wortgewandte Moderatorenduo Quichotte und René Deutschmann wird an der Punktetafel unterstützt von seiner Assistentin "Die ehrwürdige Comtesse", die einen azurblauen, luftigen Romina-Power-Gedächtnis-Hosenanzug mit raffiniertem Rückenschlitz trägt.

Acht Slammer (Dichter) ringen in mitreißender Manier um die Krone der Dichtkunst, darunter Lasse Samström, der Meister des Schüttelreims ("Schichten ist döner"), und Ex-Daily-Soap-Starlet Julia Engelmann, die einen erinnerungswürdigen Achtungserfolg verbucht. Als unerreichbar erweist sich jedoch Lars Ruppel aus Marburg, der im Publikum wahre Begeisterungsstürme auslöst. Ein unwiderstehlicher, rasend witziger, nahezu perfekt orchestrierter dichterischer Gewaltakt.