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"Schlachtplatte" 2012 im Pantheon: Partys, Piraten, Papageien

"Schlachtplatte" 2012 im Pantheon : Partys, Piraten, Papageien

Haben Sie übersinnliche Fähigkeiten? Und wenn Sie die hätten, würden Sie sie dann dazu verwenden, das Ergebnis der Bundestagswahl vorherzusagen? Robert Griess, Jens Neutag, Matthias Reuter und Barbara Ruscher tun noch mehr als das: Sie lassen uns auch gleich daran teilhaben, wie das Wahljahr 2013 wird.

Das ist doch nett von ihnen, oder nicht? Vor allem ist es einfallsreich, pointiert, herrlich fies. Ob die Piraten mit einem Papagei von Tür zu Tür ziehen, weil Peer Steinbrück für die 2012 vollmundig angekündigten Hausbesuche dann doch keine Zeit hatte, und ob die einzig gültige Stimme für die Liberalen am Ende von Philipp Rösler stammt?

Ob es in Zukunft die Rente schon mit 57 gibt, aber dann auch nur bis 61? Nun, das wissen wir (noch) nicht. Aber bis es soweit ist, versteht das unter dem Motto "Schlachtplatte - die Jahresendabrechnung" angetretene Ensemble vorzüglich zu unterhalten. So wie jetzt im ausverkauften Pantheon.

Zwar mögen die Kenner des 2006 erstmals präsentierten Formats das Ausscheiden von Bestsellerfresser Wolfgang Nitschke bedauern. Doch zu grämen braucht sich niemand. Denn Reuter und Ruscher (wieder im Pantheon am 15. März) setzen mit gesundem Selbstbewusstsein eigene Akzente. Während Neutag (im Casino am 19. Februar) mit angewidertem Gesicht die Ballermann- und Hüttencharts analysiert. So viel ist mal sicher: Bei seiner "Unterhosenparty" hätte Tim Toupet auf Brahms, Bach und Beethoven wohl doch verzichten müssen.

Wohingegen Stapper - bekennender Vertreter des neudeutschen Prekariats mit dem Herz auf dem rechten Fleck und einem erstaunlich sicheren Gespür für Recht und Unrecht - nunmehr ein neues Hobby pflegt: "Makler ärgern" und die finanziell potenten Mieter mit bedenklichem Kopfschütteln des vermeintlich in allen Gewerken versierten Fachmannes reihenweise in die Flucht schlagen. Dass Robert Griess die Nummer Spaß macht, darf das Publikum gern merken - das beruht auf Gegenseitigkeit.

Alles in allem hat diese illustre Viererbande vor allem eines bewiesen: Ensemblekabarett funktioniert nach wie vor. Mit dem richtigen Team gar kein Problem.