Ausverkaufte Konzerte im Palladium: Parkway Drive begeistert die Metal-Fans in Köln

Ausverkaufte Konzerte im Palladium : Parkway Drive begeistert die Metal-Fans in Köln

Die Erfolgskurve für das 2003 gegründete Quintett aus Down Under zeigt steil nach oben. In Köln konnte man erleben, warum das so ist.

Mit Veröffentlichung des jüngsten Albums „Reverence“ im April des vergangenen Jahres hatte es in der Fangemeinde von Parkway Drive so manche Diskussion um die stilistische Entwicklung der Band – weniger Metalcore und dafür mehr Metal – gegeben. Die Erfolgskurve für das 2003 gegründete Quintett aus Down Under zeigt jedenfalls steil nach oben. Bei zwei Konzerten im Palladium, die jeweils als Material für Videoaufnahmen dienten, feierten rund 8000 Fans die krachende Soundmixtur aus Metalcore, Metal und bombastischem Stadionrock.

„This is very fucking full in here“, freut sich Winston McCall, Frontmann von Parkway Drive, nachdem die Fans zum Opener „Wishing Wells“ vor der Bühne dicht gedrängt begeistert mitgegangen sind. Fürsorglich bittet er die ausgelassen tanzenden Fans in Hinblick auf die Rahmenbedingungen, aufeinander aufzupassen. Die Sorge ist nicht ganz unberechtigt, denn insbesondere der massive Einsatz von Pyrotechnik, deren Dimension leicht für ein Stadionkonzert gereicht hätte, verwandelt die Halle in ein Testlabor für das Einatmen von Feinstäuben und die Fans zu unfreiwilligen Versuchstieren. Die Reizung der Atemwege hält die Fans jedoch nicht davon ab, lautstark den Refrain vom folgenden „Prey“, gleichfalls vom „Reverence“-Album, mitzusingen. Schnell wird deutlich, dass die Diskussion um den stilistischen Anteil von Metalcore-Elementen vielleicht noch bei einigen Alt-Fans geführt wird, die überwiegende Mehrheit, darunter vermutlich zahlreiche neue Fans, folgt Parkway Drive auf dem neuen musikalischen Kurs, bei dem der Gesang noch immer vielfach guttural düster intoniert wird, das Ganze jedoch mit viel lockerer Metal-Melodik sowie mit einem Hang zum prog-rockigen Bombast inszeniert wird.

Zugeständnisse an die Altfan-Fraktion

Keine Frage, auch wenn „Carrion“ sowie „Karma“ als Zugeständnisse an die Altfan-Fraktion verstanden werden können, so treffen die neuen Songs, darunter auch das eigenwillige „The Void“, durchweg auf Reaktionen der Begeisterung. Das gilt auch für die mit Streicherklängen unterlegten Songs „Writings on the Wall“ und „Shadow Boxing“. Was mittlerweile Liedermachern und Jazz-Formationen billig ist, kann auch einer Metal-Band recht sein. Junge Damen erklimmen eine hochgelegte zweite Bühne und fügen als Streichquartett dem Parkway Drive-Sound eine klangliche Tiefgründigkeit hinzu, die die Feiergemeinde kurz innehalten lässt. Bei „Colour of Leaving“ zieht es McCall gar mit Cellistin ins Publikum.

Es gibt eben immer Fans, die die musikalische Entwicklung einer Band mittragen, und welche, die am liebsten das ursprüngliche musikalische Profil auf ewig konservieren möchten. Zumindest im Konzert kann Parkway Drive beide Fraktionen im Jubel vereinen.

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