Foyer der Bonner Oper: "Opera xtra"-Liederabend mit Susanne Blattert

Foyer der Bonner Oper : "Opera xtra"-Liederabend mit Susanne Blattert

Am schönsten war der Blick nach Frankreich. Für ihren "Opera xtra"-Liederabend im Foyer der Bonner Oper hatte sich Susanne Blattert unter anderem eine ganze Reihe von Liedern von Francis Poulenc und Maurice Ravel ausgesucht.

Die hört man hierzulande eher selten, was im Falle der griechischen Volkslieder von Ravel schon zu bedauern und bei Poulencs Liedern schlichtweg unverständlich ist. Poulenc versteht es, mit leichter Hand mit den Genres zu spielen, bei ihm ist es nur ein kleiner Schritt vom Kunstlied zum Chanson.

Blatterts Auswahl spiegelte die ganze Bandbreite Poulencs und die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten der Mezzosopranistin: vom eindringlichen Gebet ("Priez pour paix") bis zum walzerseligen, fast Nachtclub-Atmosphäre verbreitenden "Les chemins de l'amour" nach einem Text von Jean Anouilh.

Blattert fand für alles die richtige Stimmungslage - und krönte ihren Abend in der Zugabe mit einer ungemein sinnlichen Vokalisen-Habanera von Ravel. Da war die Carmen, die sie auf der Opernbühne gesungen hat, nicht fern. Seit 16 Jahren gehört Susanne Blattert jetzt zum Ensemble der Bonner Oper, geschätzt und gefeiert in Partien wie Carmen, Hänsel, Dorabella, Rosina, Octavian oder Orpheus.

Sie weiß ihren Mezzosopran, der nie überstrapaziert wirkt, klug einzusetzen - ihr Ausflug ins Liedfach bewies das erneut. Sie meistert Koloraturen mit Leichtigkeit (Mozarts "Un moto di gioia"), gestaltet kleine Szenen sozusagen mit Augenzwinkern (Wolfs "Elfenlied"), kennt sich aus mit lyrischer Empfindsamkeit (Schuberts "Frühlingslaube"), findet einen intensiven Erzählton (Wolfs "Tambour") und kann musikalische Pointen setzen (Ravels "Quel galan").

Bei all dem bleibt die Stimme immer sehr beherrscht, die Schönheit des Klangs bestimmt die Szene. Miho Mach-Araki war die ideale Klavierpartnerin für Susanne Blattert, eine Pianistin mit nobler Zurückhaltung, die gleichwohl ihre sanften Akzente zu setzen wusste.

Mehr von GA BONN