Noch ein Glas mit Pan Tadeusz

Michael Zeller liest in der Stadtbibliothek Bonn für die Deutsch-Polnische Gesellschaft

Bonn. Solange "er" in der Stadt ist, gibt es in Krakau keinen Martini und kein Bier. Der Besuch des Papstes in seiner Heimatstadt ist ein Fest für die Augen, man tanzt nach den Klängen einer Mönchs-Combo. Man könne über Polen nicht schreiben, ohne dem Katholizismus seinen Raum zu geben, sagte Michael Zeller, Autor der Krakauer Geschichten "Noch ein Glas mit Pan Tadeusz", aus denen der Verfasser jetzt auf Einladung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und der Stadtbibliothek Bonn in deren Lesesaal eine Auswahl las.

Begebenheiten mit und unter kleinen Leuten bilden die Keimzelle für eine kulturellen Landschaft, welche der Verfasser in einem einjährigen Aufenthalt in der polnischen Kulturhauptstadt erlebt und studiert hat. Die sanfte Ironie bewirkt eine bemerkenswerte Nähe und Lebendigkeit der Episoden: wie etwa der vom Dauerläufer, dem seine gymnastischen Übungen in der Öffentlichkeit lächerlich vorkamen, der sich "amerikanisches Selbstbewusstsein" ausborgen musste, um schließlich zu erkennen, dass der alte Mann mit dem Hund nur weggeschaut hatte, um dem Jogger eine Peinlichkeit zu ersparen.