Stärkung des Festivals: Nike Wagner kann mit Bundesmitteln für Beethovenfest planen

Stärkung des Festivals : Nike Wagner kann mit Bundesmitteln für Beethovenfest planen

Das Beethovenfest kann mit Bundesmitteln auf internationalem Niveau planen. Intendantin Nike Wagner will Angebote für Kinder und Jugendliche sowie internationale Koproduktionen im Bereich Tanz und Theater stärken.

Die Geschichte ist nicht ganz ohne Ironie: Noch im August schreckte Bonns Kämmerin Margarete Heidler die Kulturszene mit ihren Plänen, die städtischen Zuschüsse für das Beethovenfest ab 2021 – also unmittelbar nach dem Jubiläumsjahr – von 1,6 Millionen auf 1,2 Millionen Euro zu senken. Ein Zufall – aber die Differenz entspricht genau der Summe von 400.000 Euro, die der Haushaltsausschuss des Bundes, wie am Freitag berichtet, für das Beethovenfest freigegeben hat. Im Jubiläumsjahr 2020 erhält das Bonner Festival vom Bund sogar eine Finanzspritze von 700.000 Euro. Und wenn das Land NRW mitzieht, ist eine Förderung durch den Bund über das Jubiläumsjahr 2020 hinaus durchaus möglich.

Jedenfalls scheint es positive Signale aus Berlin in dieser Richtung zu geben. „Bei einem entsprechenden überzeugenden Konzept ist noch eine deutlich höhere Förderung nach der Aufbauphase möglich“, erläutert der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD), der sich im Haushaltsausschuss für den Zuschuss starkgemacht hatte. „Das zeigt das Engagement des Bundes bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth, die er mit 2,7 Millionen Euro pro Jahr fördert.“

Eisel: Bund sollte auch strukturell beteiligt werden

Der Vorsitzende der Bürger für Beethoven, Stephan Eisel, betonte am Freitag in einer Mitteilung, dass die Stadt Bonn nun in ihrem Engagement für das Beethovenfest nicht nachlassen dürfe: „Wenn jemand in der Kommunalpolitik glaubt, sich wegen der Bundeszuschüsse einen schlanken Fuß machen zu können, ist er schief gewickelt: Die Bundesmittel würden sofort wieder einkassiert, wenn Bonn seiner Verantwortung nicht nachkommt.“ Für die Entscheidung im Haushaltsausschuss des Bundestages sei es wichtig gewesen, dass die Verwaltung ihre im Sommer beabsichtigte Kürzung der städtischen Mittel zurückgenommen habe.

Dem Beethovenfest bieten sich durch den Zuwachs der öffentlichen Gelder im kommenden Jahr auf zwei Millionen Euro und 2020 auf 2,3 Millionen Euro neue Perspektiven, wie Intendantin Nike Wagner dem General-Anzeiger sagte: „Das Signal aus Berlin ermöglicht in den kommenden Jahren eine künstlerische Planung auf internationalem Niveau. Wenn in den kommenden Wochen die unmittelbare Freude darüber durch vertragliche Zusagen untersetzt werden, wollen wir die Angebote für Kinder und Jugendliche, internationale Koproduktionen im Bereich Tanz und Theater sowie Residencies von namhaften Orchestern und Künstlern stärken. Das Beethovenfest Bonn wird dadurch national und international erheblich gestärkt werden.“

Für die Bürger für Beethoven ordnete Eisel die direkte Beteiligung des Bundes am Beethovenfest als „wichtigen Durchbruch“ ein. „Wir sollten das als Chance nutzen und daran arbeiten, den Bund auch strukturell bei der Beethovenfest GmbH ins Boot holen“, sagte Eisel. Dafür sei es wichtig, dass auch das Land die entsprechenden Beschlüsse fasste.

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