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"Gustavs wunderbare Reise": Musiktheater im Landesmuseum

"Gustavs wunderbare Reise" : Musiktheater im Landesmuseum

Gustav hat es verbockt. So stolz war er aufgebrochen, um ganz allein mit der U-Bahn zu seiner Mama am anderen Ende der Stadt zu fahren. Kein Problem, schließlich hat er den Trip mit seinem Vater schon unzählige Male gemacht.

Aber wenn fünf Straßenmusikanten einsteigen, die so mitreißend spielen, dass man einfach tanzen und danach erschöpft einschlafen muss - dann kann auch ein cooler Sechsjähriger schon mal die richtige Haltestelle verpassen. Und da sitzt Gustav nun, gestrandet an der Endhaltestelle, und weiß nicht weiter.

Bis die tollpatschige Fee Licitas auftaucht, halb Stadtstreicherin und halb Zauberwesen. Zusammen mit den Musikern wagen sich die beiden auf eine Expedition durch den Großstadtdschungel und erleben im Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie aufregende Abenteuer.

"Gustavs wunderbare Reise" heißt das Musiktheater, das Kinder und Eltern im Rheinischen Landesmuseum in seinen Bann schlägt. Die bunt kostümierten Straßenmusikanten sind im wirklichen Leben das Bläserquintett Quint Olé. Angeführt von der Oboistin Regine Held erzählen Flöte, Klarinette, Horn und Fagott die Geschichte mit Musik des 19. und 20. Jahrhunderts. Bekanntes von Grieg und Mussorgsky ist dabei, aber auch Tänze von György Ligeti, Denes Agay und Darius Milhaud - und wenn Norman Hallams Charleston an der Reihe ist, muss Gustav seiner neuen Freundin erst einmal die Schritte zeigen.

Nina Patricia Hänel (Gustav) und Katherina Wolter (Fee Licitas) tanzen und spielen das ungleiche Paar mit viel Witz und großer Ausdruckskraft. Immer wieder sprechen sie die Zuschauer an, stellen ihnen die Instrumente vor. Natürlich kann ein lebenswichtiger Zauberspruch nur dann funktionieren, wenn das Publikum ihn rhythmisch mitspricht, klatscht und stampft. So entpuppt sich die missglückte U-Bahn-Fahrt als wunderbarer Ausflug, zu dem die drei Reiseführer Kammermusik, moderner Tanz und Schauspiel die Kinder einfach mitnehmen - ohne Berührungsängste.