Pantheon Casino: Musik-Kabarett mit Michael Krebs

Pantheon Casino : Musik-Kabarett mit Michael Krebs

Gleich am Anfang ein zutreffendes Kompliment. "Der Laden hier könnte in Berlin stehen", sagt Michael Krebs und schaut sich anerkennend im Pantheon Casino um. In der Tat: Mit dieser kleinen Nebenbühne im Industrial-Ambiente hat das Pantheon einen großen Wurf gelandet.

Eigentlich habe er sein Programm "Ausverkauft" nennen wollen, berichtet Krebs. Aber dann habe er die Erfahrung gemacht, dass dieser Titel auf Plakaten in Verbindung mit seinen Auftritten kontraproduktiv sei, was den Besucherandrang angehe. Also heißt seine Show nun "Es gibt noch Restkarten". Ganz schön clever.

Der Musik-Comedian ist vielmehr ein Musik-Kabarettist und pendelt zwischen Klavier und E-Gitarre; das gut aufgelegte Publikum bindet er ein, wo es nur geht. Zum angenehm abseitigen Liedgut zählt eine Liebeslied-Trilogie mit dem schwarzromantischen Stück "Flitterwochen in Rothenburg", in dem das "Zombiemädchen Barbara" eine Schlüsselrolle einnimmt.

Auch Krebs' entrückte Hommage an den Frontmann der Fresh-Metal-Band Creator ist von sprudelnder Energie.

Sein Lied über Absurditäten in der modernen Gesellschaft zählt zu den Höhepunkten: Konzerne, die in ihren Image-Kampagnen von Respekt und Verantwortung schwadronieren und dann haufenweise unbezahlte Praktika anbieten. Daran anknüpfend: "Lassen Sie sich jetzt kostenlos registrieren", zweifellos eine der dämlichsten Formeln in der hippen, voll vernetzten Konsumwelt.

Soll man für die Preisgabe seiner Kontaktdaten und die Öffnung seines Postfachs für Werbefluten etwa auch noch bezahlen? Ebenso ins Unterbewusstsein geschlichen haben sich automatisierte Fragen an den Kassen ("Payback-Karte? Sagen Sie mir Ihre Postleitzahl?").

Gesellschaft und Politik beherrscht Michael Krebs ebenso wie nette, originelle Episoden um den "Flüsterfuchs", die in seiner stetig wachsenden Anhängerschar längst zum Kult geworden sind, wie auch sein beißend satirisches Lied "Das Mädchen von der Jungen Union".

In den umjubelten Zugaben setzt er Richard Clayderman ein zwar fragwürdiges, aber eben auch höchst komisches Denkmal.

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