Konzert im Kölner Palladium: Musik für die gute Laune

Konzert im Kölner Palladium : Musik für die gute Laune

Die australische Band „The Cat Empire“ bringt mitreißende Musik ins Kölner Palladium.

Eingängige Gesangsmelodien, flott-heiße lateinamerikanische Rhythmen und dazu treibende Bläsersätze – das sind nicht bloß die Grundzutaten, die der rheinischen Brass- und Marching-Band Querbeat derzeit zu einem Höhenflug nach dem anderen verhelfen. The Cat Empire aus Australien verwenden diese bereits seit 1999 und kreieren daraus einen Mix aus Latin, Jazz, Ska, Reggae und Funk, angereichert mit Elementen aus HipHop, Klezmer und Rock. Eine unwiderstehlich tanzbare Mischung, die die Band aus Down Under am Samstag im Kölner Palladium präsentierte.

Ein wenig Anlaufzeit benötigten aber beide Seiten, um so richtig warm zu werden. Mit „Ready now“ wählte die Band nämlich einen etwas schleppenden Einstieg. Der Song war mit „Stolen Diamonds“, „Kila“ und „Anybody“ einer von vier neuen, die auf dem fürs kommende Frühjahr angekündigten achten Studioalbum zu finden sein werden. Derzeit veröffentlicht die Band jeden Monat auf ihrer Webseite einen Song samt 360-Grad-Video vorab. Dass der Anfang des Konzertes ein wenig träge begann, durfte vor allem auch an dem zu leise abgemischten Schlagzeug gelegen haben. Spätestens ab dem dritten Stück „Sol y Sombra“ hatte sich das Problem aber gelegt, und Will Hull Browns Spiel war ebenso gut und klar in der gesamten Halle zu hören wie das seiner Kollegen.

Es wäre wohl auch zu schade gewesen, wenn dieser fulminante Drummer um seinen wohlverdienten Extraapplaus gebracht worden wäre. Nahezu jedes Lied wurde nämlich mit mindestens einem Instrumentalsoli garniert, bei dem die Mitglieder von The Cat Empire ihren Jazz-Background unter Beweis stellen durften. Vonseiten der Fans wurde jedes einzelne Solo mit frenetischem Jubel gefeiert, und sobald die Musiker wieder zusammenkamen, hieß es wieder: Spaß haben, tanzen und hüpfen. Zu Hits wie „Two Shoes“, „Still Young“ oder dem abschließenden „The Chariot“ eine leichte Übung.

Nur einmal wurde es während der fast zwei Stunden etwas andächtiger, als nämlich Sänger Felix Riebl zu „The Boy With The Thorn In His Side“ das Publikum bat, die Feuerzeuge herauszuholen. Das „The Smiths“-Cover widmete der 38-Jährige mit österreichischen Wurzeln, der einen Großteil der Ansagen in einem etwas holprigen, aber dafür ungemein sympathischen Deutsch hielt, einem kürzlich verstorbenen Familienmitglied. Aber selbst in diesem kurzen Moment hielten Band und Publikum die gute Laune aufrecht.

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