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Contra-Kreis-Theater: Müder Talk bei Bioleks "Biogramm"

Contra-Kreis-Theater : Müder Talk bei Bioleks "Biogramm"

Alfred Biolek kann's nicht lassen. 35 Jahre nach seinem ersten Gastspiel im Contra-Kreis-Theater lädt der Altmeister des gepflegten Fernsehtalks wieder zum "Biogramm" auf die Bonner Bühne. Leider ist die zweite Veranstaltung unter diesem Titel eine ebenso große Enttäuschung wie die Premiere.

Als Gäste geladen sind die Schauspielerinnen Marianne Rogée, Marie-Luise Marjan und Andrea Spatzek. Die drei Damen sind gut aufgelegt und geben sich große Mühe, das Gespräch in Schwung zu bringen. Sie plaudern ein wenig aus dem "Lindenstraße"-Nähkästchen, geben freimütig Auskunft über ihre Familienverhältnisse und kulinarischen Vorlieben, diskutieren nacheinander über Ahnenforschung, amerikanischen Lifestyle und hilfsbereite Nachbarn.

Der Talkmaster wirkt in diesem Kaffeekränzchen wie das fünfte Rad am Wagen. Bio sucht nach Worten, verwechselt Wien mit Salzburg und Italien mit Griechenland, klammert sich an die immer gleichen Fragen.

Ganz selten wagen sich Witz und Schlagfertigkeit aus der Deckung; auf andere unverwechselbare Bio-Qualitäten wie das sensible Eingehen auf den Gesprächspartner oder die elegante Überleitung warten die Zuhörer vergebens.

Der offenherzige Charme von "Isolde Pavarotti" Marianne Rogée, die zupackende Herzlichkeit von "Mutter Beimer" Marie-Luise Marjan und Andrea Spatzeks ("Gaby Zenker") trockener Humor retten den Abend einigermaßen über die Runden. Doch weil Alfred Biolek die Gesprächsführung nicht im Griff hat, kann er auch dem ein oder anderen ausufernden Selbstbeweihräucherungsmonolog nicht Einhalt gebieten.

Zum Abschluss darf Rogée noch ihren Eifersuchtsrap "Ich hab die Wut, Knut" zum Besten geben, und Mutter Beimer, ihrerseits aufgefordert, ein Lied zu singen, stimmt das Schlaflied "Guten Abend, Gut Nacht" an. Das Publikum singt brav mit. Na dann, gute Nacht.