Alfterer Johannishof: Molières berühmte Komödie "Der Geizige" feierte Premiere

Alfterer Johannishof : Molières berühmte Komödie "Der Geizige" feierte Premiere

"Der sitzt volle Kanne drauf auf meinem Erbe!" Cleante, Sohn des reichen, aber geizigen Harpagon, ist mit seiner Geduld am Ende. Endlich soll das ganze Geld des Vaters vom Zustand "Papas Kohle" in den Zustand "Cleants Kohle" wechseln.

Doch Papa denkt gar nicht daran, irgendjemanden an seinem Reichtum teilhaben zu lassen - im Gegenteil: Er will sowohl seinen Sohn als auch seine Tochter Elise möglichst gewinnbringend verheiraten und sich selbst mit der jungen Mariane vermählen.

Um Zaster, Kröten, Penunzen, Mäuse, Knete, Kohle oder kurz: ums liebe Geld dreht sich alles in Molières Komödie "Der Geizige", die am Freitagabend im Großen Saal des Alfterer Johannishofs Premiere feierte. Neun Schauspielstudenten der Alanus Hochschule stellten in der schrillen, dichten und intensiven Inszenierung Michael Schwarzmanns ihr Können unter Beweis.

"Die Idee zum Stück kam von einem Studenten", berichtet Schwarzmann. "Da es in Molières Komödie um ein Thema geht, das nichts von seiner Aktualität verloren hat, konnten wir es in diese Weise umsetzten."

Tatsächlich funktioniert der Kampf um Mammon und Eros rund 350 Jahre nach seiner Erstaufführung noch bestens. In dümmlich-verzweifelter Egomanie kreisen die handelnden Personen nicht nur ums Geld, sondern auch um sich selbst, was in der der Eingangsszene, in der sich die Akteure zum Song "Money makes the world go round" wie die Figuren einer Spieluhr auf der Stelle drehen, deutlich wird.

Nina Karimy treibt das Spiel als Prolltusse Mariane auf die Spitze. Sophia Brockers Elise stakst herrlich planlos durchs Leben, während Cleante (Marcel Jaschar Markazi Noubar) als Harald Glööckler-Verschnitt bei seinem Vorhaben, an Geld zu kommen, zumindest halbwegs zielgerichtet vorgeht.

Beachtliche akrobatische Leistungen vollbringen Janina Raspe (Jaques) und Olivia Gajetzki (La Fleche), die als Koch und Diener des alten Geizhalses eine Menge zum Fortgang der Geschichte beitragen. Überhaupt strotzt das junge Ensemble nur so vor Spielfreude und genießt den Ausflug ins Proletendasein sichtlich.

Ein Happy End gönnen Schwarzmann und seine Studenten dem Publikum allerdings nicht. "Hier haben wir mit der Vorlage gebrochen und dem Stück eine makabre Note verpasst - was das Vergnügen beim Zuschauen aber keineswegs trübt", so Schwarzmann.

Weitere Spieltermine im Johannishof: 22. März 19.30 Uhr; 23. März, 18 Uhr (mit Publikumsgespräch); 28. März, 19.30 Uhr.