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Hälfte des Lebens: Markus Stenz dirigiert in Köln Beethoven und Henze

Hälfte des Lebens : Markus Stenz dirigiert in Köln Beethoven und Henze

Beim jüngsten Gürzenich-Konzert unter Markus Stenz in der Kölner Philharmonie erlebte man Lars Vogt mit Ludwig van Beethovens drittem Klavierkonzert. Die Rahmensätze sind eminent spielerisch angelegt, was dem Pianisten viel Gelegenheit zu virtuosen Tonkaskaden und rauschenden Arpeggien gab. Das Orchester zog lustvoll mit, Markus Stenz betonte den dramatischen Charakter von Beethovens Musik.

Viel Schönheit entfaltete auch Hans Werner Henzes 7. Sinfonie, zumal im letzten Satz, der sich an Friedrich Hölderlins worttrunkenem Gedicht "Hälfte des Lebens" orientiert. Doch "wer die Schönheit angeschaut mit Augen, ist dem Tode schon anheimgegeben" (Platen) - das schwingt autobiografisch mit. Vor einem Jahr starb der Komponist.

Die reiche und furiose Aufführung der Sinfonie war sicher eine Ehrenbezeugung, zumal in der letzten Kölner Saison von Markus Stenz, dem ausgewiesenen Henze-Apologeten. Nicht alle Instrumente waren individuell vernehmbar. Dafür war beim "3. Akt" die Klangdelikatesse nachgerade überirdisch.