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Kabarett: Margie Kinsky aus Bonn begeistert ihr Publikum

Kabarett : Margie Kinsky aus Bonn begeistert ihr Publikum

Als Mutter von sechs Söhnen in einem reinen Männerhaushalt hat frau was zu erzählen. Und wenn sie dann auch noch Margie Kinsky heißt, rheinisches Gemüt mit italienischem Temperament in sich vereint und als Gründungsmitglied des Improvisationstheaters Springmaus seit nunmehr 30 Jahren auf Deutschlands Bühnen zu Hause ist, wird daraus ein abendfüllendes Soloprogramm mit größtem Unterhaltungswert unter dem Titel "Kinsky legt los".

"Ich bin 53 - da stehen die Hormone auf Tilt. Ich könnte mich über alles aufregen, habe jeden Tag so einen Hals", erklärt die ebenso überzeugte wie leidenschaftliche Bonnerin. Dann legt die Kinsky los. In den nächsten zwei Stunden erweist sich das Mundwerk der gebürtigen Römerin als Naturgewalt.

Die Bühnenveteranin erzählt und schwadroniert, einmal gestartet, ohne Luft zu holen und unter Dauerstrom. Die Frau, die seit drei Jahrzehnten mit Bill Mockridge - dem Erich Schiller aus der Lindenstraße - verheiratet ist, tratscht, lästert und lässt Dampf ab, dass es nur so kracht.

Der erste "Hals des Abends" gilt der Freundin ihres jüngsten Sohnes. Neidvoll registriert die Mitfünfzigerin, dass die "Göttin des Hauses" ("Omma sagt, die ist bildhübsch, aber schade, dass sie spricht") morgens genau so makellos aus dem Bett steigt, wie sie am Abend zuvor hineingestiegen ist. Und der unterm Arschgeweih hervorlugende String-Tanga wird kurzerhand zur "Zahnseide für de Futt".

Es geht um "Frauentausch", "Supernanny" und "Hotel Mama". Überhebliche Lehrer und schlecht erzogene Kinder ("Charlotte, bitte lasse das") geraten ebenso ins Visier wie ungehobelte Busfahrer und bekiffte Aushilfen. Und spätestens wenn die Vollblutmama einen unfreiwilligen Besuch beim "SM-Swinger-Mittwoch" in Schuld schildert, in dem der Volksbankchef als Pfötchen gebender Vierbeiner unterm Tisch hervorkriecht, herrscht kollektives Schenkelklopfen im Saal.

Es ist die Normalität des Alltags, der Margie Kinsky herrlich absurde Momente abgewinnt - schnörkellos, ohne Schnickschnack und Tamtam. Allein mit ihrer Wortgewalt und der enormen Bühnenpräsenz gelingt es der Ausnahmekomödiantin mühelos, ihrem Publikum beste Unterhaltung zu servieren.

Zugabe à la Kinsky gefällig? "Nach 27 Ehejahren ist die Frau für den Mann morgens nur noch die "Sachma" (wo sind die Socken), mittags die "Dommerens" (von der Soß) und abends "Schwär" (Schwär so weit)".