Kammerkonzert in der Villa Prieger: Makabre Töne zum Geburtstag

Kammerkonzert in der Villa Prieger : Makabre Töne zum Geburtstag

Mit "Musik aus Böhmen und Mähren" lockten die Beethoven-Orchester-Musiker Alexander Lifliand (Violine), Anna Krimm (Viola) und Ines Altmann (Violoncello) zum 3. Kammerkonzert in die Villa Prieger. Den Abend begannen die Musiker mit Beethovens Trio c-Moll op. 9,3, einem seiner "besten Werke", wie Beethoven selbst gesagt hatte.

Ganz so meisterhaft gelang die Interpretation von Lifliand, Krimm und Altmann nicht: die recht gnadenlose (weil trockene) Akustik machte jeden nicht ganz perfekten Lauf Lifliands hörbar, und auch der Gesamtklang schien noch etwas sperrig.

Man mag es kaum glauben, aber ausgerechnet Schnittkes Trio von 1985, das nun folgte, vermochte zu versöhnen. Das zweisätzige Auftragswerk, das Schnittke anlässlich des 100. Geburtstags Alban Bergs schrieb, ist - sieht man es in diesem Kontext - ein ausgesprochen makabres Geburtstagsständchen.

Mal meint man, die Klänge von "Happy Birthday" zu erkennen, mal ähnelt es eher einem Marche funèbre. Kurz: Es hat was von einem Ständchen, das mit zahnlosem Grinsen vorgetragen wird. In diesem bizarren Stück Musik fanden die drei Musiker nun endlich zu ihrem gleichberechtigten und dichten Klang.

Hier bewiesen sie ihr großes technisches Können und kammermusikalische Qualitäten. In gutem Zusammenspiel endete der Abend dann auch nach der Pause mit dem Trio g-Moll op. 6 von Leó Weiner. Obschon 1908 entstanden, ist das Werk noch in der Romantik verwurzelt. Lifliand, Krimm und Altmann zeigten sich hier auch wieder von ihrer besten Seite mit energischen Ecksätzen, einem rhythmisch raffinierten Vivace und einem wunderbar wiegenden Andantino, in dem sich Viola und Violine gegenseitig umspielten.

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