Ausstellung: Landesmuseum zeigt Porträts Alternativer Nobelpreisträger

Ausstellung : Landesmuseum zeigt Porträts Alternativer Nobelpreisträger

Auf einem Renaissance-Sessel vor schwarzem Hintergrund inszenierte die Fotografin Katharina Mouratidi Menschen, die sich für besondere Projekte einsetzen. Die 80 mal 80 Zentimeter großen Fotografien zeigt sie in der Ausstellung "Bescheidene Helden" im LVR-Museum.

Die Bilder zeigen Menschen, die lachen, aber auch ernst blicken. Sie haben unterschiedliche Hautfarben und tragen Anzüge, Kleider oder Freizeitmode. Einige sind älter, andere jünger. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen Querschnitt der weltweiten Bevölkerung.

Aber noch eine Gemeinsamkeit teilen die Fotografierten: Alle wurden für ihr Engagement mit dem "Right Livelihood Award", dem Alternativen Nobelpreis, ausgezeichnet. Zafrullah Chowdhury ist einer von ihnen. Der Arzt bekam vor 20 Jahren die Auszeichnung für sein Projekt "Gonoshasthaya Kendra - das Gesundheitszentrum der Menschen" (GK).

In diesem Zentrum in Bangladesch bildet er Frauen aus ländlichen Regionen aus, um die medizinische Versorgung auch in der Peripherie des Landes sicherzustellen. "Die Entwicklung eines Landes hängt mit der Entwicklung der Frauen zusammen", erklärt Chowdhury, warum er ein Hauptaugenmerk auf die Ausbildung von Frauen legt. Auch zwei Jahrzehnte nach der Auszeichnung besteht das Projekt. Allerdings ist es noch größer geworden.

Das GK unterhält heute unter anderem zehn Gesundheitszentren, eine Klinik in der Nähe von Dhaka, ein Berufsbildungszentrum, eine Gemeinschaftsschule und eine Arzneimittelfabrik. Die Aufnahmen entstanden vor zwei Jahren, als einige der Preisträger anlässlich der 30-Jahr-Feier in Bonn waren. Die Idee dazu hatte Mouratidi. "Ich interessiere mich für politische und soziale Bewegungen auf der ganzen Welt. Da ist es naheliegend auch die Preisträger abzulichten", erklärte die 41-Jährige.

"Also habe ich die Organisation angesprochen, ob das Projekt möglich ist." Auch der Sessel ist kein Zufall. "Renaissance ist eine der letzten Epochen kurz vor dem Umbruch. Die Laureaten stehen in ihrem Land ebenfalls für einen Umbruch." Dass die Ausstellung in Bonn startet, begrüßt die Künstlerin. Nicht nur dass hier die Fotos entstanden.

Am Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn finden regelmäßig internationale Workshops des Right Livelihood Colleges am Campus Bonn statt. Von Bonn aus werden die Aufnahmen auf eine weltweite Tour starten, die etwa fünf Jahre lange um den Globus wandert. In Kooperation mit der Berliner Gesellschaft für Humanistische Fotografie wurde die Ausstellung entwickelt und produziert. Im Landesmuseum, Colmantstraße 14, sind die Porträts sind noch bis Sonntag, 10. Juni, zu sehen.

Schon seit 32 Jahren wird der Preis von der "Right Livelihood Award Foundation" verliehen und finanziert sich über Spendengelder. Insgesamt 145 Personen und Organisationen aus 61 Ländern erhielten die Auszeichnung für Initiativen und Projekte, die sich mit sozialen und politischen Problemen beschäftigen und sich für dessen Lösung einsetzen.

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