Kunst zur Art Cologne: Krise? Welche Krise?

Kunst zur Art Cologne: Krise? Welche Krise?

Kölner Künstler C.O. Paeffgen malt Bild zur Lage

Köln. Der Hamburger Galerist Thomas Levy nimmt die Krise mit einem herzhaften Lachen: Sein Freund und Maler, der Kölner C. O. Paeffgen, hat ihm für die "Art Cologne" das Bild zur Lage gemalt. "Krise" steht da in Kinderschrift auf unschuldigem Rosa.

Letztes Jahr, erzählt Levy, hing - noch vor der Finanzkrise - gewissermaßen an gleicher Stelle Paeffgens prophetisches Bild "Viel kein Geld". Die "Krise" ist übrigens käuflich: Für 16 000 Euro ist das Gemälde zu haben.

Ansonsten wird eher ernst mit dem Reizwort umgegangen. "Art"-Chef Daniel Hug vermeidet es gar, sieht in der Reduktion von über 200 auf 184 Galerien und der Verdichtung des Begleitprogramms eine Chance: "Jetzt haben die Besucher wieder einen Überblick."

"Der Kölner Kunstmarkt hatte seit Beginn eine progressive Komponente", sagte er am Dienstag bei der Pressekonferenz; da wolle man anknüpfen. Krise hin, Krise her, Hug pflegt den Optimismus: "Berin ist zwar die Kunsthauptstadt, wir aber haben die größere Auswahl."

Einer der prominentesten Messe-Rückkehrer, Hans Mayer aus Düsseldorf, gibt sich gelassen: "Die Art Cologne ist die vierte Kunstmesse, die ich seit dem Beginn der Finanzkrise besuche. Die ersen drei liefen für meine Galerie sehr gut - und in Köln habe ich jetzt ein gutes Gefühl." Vielleicht sei die Stimmung nicht mehr ganz so euphorisch, aber "es war nicht das Schlechteste, wenn man in den vergangenen Jahren in die Kunst investiert hat".

Christian Lethert, Mayers junger Kollege aus Köln, sieht die Lage, ähnlich wie viele seiner Kollegen, deutlich skeptischer: Die nächsten Tage auf der "Art" werden über die Zukunft mancher Galerie entscheiden. Oder mit Klaus Gerrit Frieses Worten: "Die Art Cologne ist ein Indikator, wie es auf dem Kunstmarkt weitergeht", meinte der Vorsitzende des Galeristenverbands.