Pantheon in Bonn: Konrad Stöckel lässt es nach Herzenslust krachen

Pantheon in Bonn : Konrad Stöckel lässt es nach Herzenslust krachen

Zugegeben, der nette Mann im weißen Kittel und mit seiner Sturmfrisur sieht aus, als habe er mit den Fingern mal eben in die Steckdose gelangt. Soll man nicht - na klar, das weiß Konrad Stöckel auch.

Aber man soll schließlich auch keinen Hausstaub anzünden, minus 190 Grad kalten Stickstoff verschütten oder mit Wasserdampf und Eiswasser so eine schöne grüne Tonne in einen Haufen Schrott verwandeln. Hat er aber - der Hamburger Comedian, Moderator, Zauber- und Unterhaltungskünstler - zur Freude seiner jungen und jung gebliebenen Zuschauer im Pantheon.

Was uns also Ranga Yogeshwar bereits ahnen ließ, versieht Stöckel mit einem ganz dicken Ausrufezeichen: Wissenschaft macht Spaß. Wenn es ordentlich knallt, zischt und pufft, ist der Mann da oben in seinem Element. Um möglichst alle, die ihm zuschauen, an seiner diebischen Freude teilhaben zu lassen.

Der Mann im Kittel ist nicht nur neugierig, er ist auch großzügig. Gelegentlich auch ungeduldig: Entspricht die Reaktion im Saal nicht so ganz seinen Vorstellungen, greift die Hand in die Tasche des Kittels und lässt glitzerndes Konfetti regnen. Wissenschaft macht Spaß! Kapiert?"

Aber mal im Ernst: Es fehlt nicht mehr, als die Lautstärke und das Tempo zwischendurch ein klein wenig herunterzuregeln - dann stimmt's genau. Ganz so viel Tamtam hätten seine Experimente doch auch gar nicht nötig. Mit AC/DC eine Kerze auspusten oder sich aus einer Bierflasche eine prima Zimmerfontäne basteln?

Dahinter steckt mehr, viel mehr als Schall und Rauch. Konrad Stöckel erinnert an seinen Namensvetter mit dem berühmten Spezialkleber in einem dieser wunderbar anarchischen Pippi-Langstrumpf-Filme. Er könnte auch MacGyvers kleiner Bruder sein, der sich mit einer Büroklammer noch aus jeder Klemme befreit hat. Er könnte sich glatt selbst erfunden haben: alles in allem gar keine so üble Idee.

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