Kinderkonzert in der Beethovenhalle: Kinder machen Programm

Kinderkonzert in der Beethovenhalle : Kinder machen Programm

Familienkonzert in der Beethovenhalle: Das Ergebnis war spitze, super oder wie man es sonst auch immer beschreiben mag, denn wie dies realisiert wurde, war nicht nur pädagogisch wertvoll, es war kurzweilig, lehrreich, und – was am wichtigsten war – es machte Spaß.

Bei wenigen Kinderkonzerten sind die Adressaten wirklich integraler Bestandteil. Dies war beim dritten Familienkonzert des Beethoven Orchesters anders, denn Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Küdinghovener Ennertschule hatten sich zuvor auf vielfältige Weise mit Francis Poulencs Suite „Die Fabeltiere“ beschäftigt und das Konzert in der Beethovenhalle komplett selbst in die Hand genommen.

Das Ergebnis war spitze, super oder wie man es sonst auch immer beschreiben mag, denn wie dies realisiert wurde, war nicht nur pädagogisch wertvoll, es war kurzweilig, lehrreich, und – was am wichtigsten war – es machte Spaß. Und das nicht nur, weil das Beethoven Orchester Poulencs zwischen schmalzigen Harmoniewendungen und spitzbübischem Charme changierender Musik unter der Leitung des sehr souverän agierenden jungen Dirigenten Karsten Januschke so anschaulich und musikantisch Leben einhauchte. Die eigentlichen Stars des Konzertes waren die Kinder, die mit passenden Zwischentexten die Moderation übernahmen, schon vor dem Konzert in einer kleinen Ausstellung im Foyer der Beethovenhalle Bilder zu Poulencs musikalischen Geschichten zeigten und selbige unter der Leitung der Choreografin Alla Bond tänzerisch zu ebenso illustrativen wie spannenden Szenen umsetzten, die nicht nur einleuchtend und bildkräftig waren, sondern die auch sehr synchron viele Details der parallel gespielten Musik widerspiegelten.

Das gelang phänomenal gut und zeigte einmal mehr, wie Bond es versteht, mit tänzerisch nicht vorbelasteten Kindern wirklich Großartiges zu leisten. Insgesamt hätte so ein Konzept kaum nachhaltiger realisiert werden können, denn was die Kinder selbst erarbeitet und einem Riesenpublikum ausgesprochen souverän präsentiert haben, bleibt allemal länger haften, als wenn es nur konsumiert wird, und es sei noch so professionell dargeboten. Aber auch solche Konzepte zu entwickeln und umzusetzen verlangt Professionalität, und deshalb ist eine Fortsetzung solcher Projekte unbedingt wünschenswert.

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