Bobbys Reise durch die Musikgeschichte: Keine Angst vor großen Sprüngen

Bobbys Reise durch die Musikgeschichte : Keine Angst vor großen Sprüngen

"Mit 25 zog er nach Wien und verdiente sehr viel Geld, gab aber zu viel für gutes Essen, gutes Trinken und teure Kleider aus." Na, wer war's? Genau: Wolfgang Amadeus Mozart, einer von den drei Großen der Wiener Klassik, die Bobbys Reise durch die Musikgeschichte auf ihrer zweiten Etappe ansteuerte.

Beim Familienkonzert in der Beethovenhalle erhielt der Moderator und Sänger Christoph Erpenbeck kompetente Unterstützung von jungen Klassikfans, die sich in einem Herbstferien-Workshop mit Haydn, Mozart und Beethoven beschäftigt und allerlei Wissenswertes über die Komponisten zu berichten hatten. Unter anderem auch, dass "Klassik" nicht nur die Epoche bezeichnet, sondern auch "eine bedeutende Art von Musik".

Wie bedeutend, das demonstrierte das gut aufgelegte Beethoven Orchester Bonn (BOB) unter Kenneth Duryea mit einem spritzigen Allegro aus Haydns Sinfonie Nr. 88 ebenso wie mit dem feierlichen Klagegesang im zweiten Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Wer diese Musik hört, glaubt ohne weiteres, dass der Komponist, "um seine Gedanken zu sortieren, einen geregelten Tagesablauf hatte und sehr gerne spazieren ging".

Neben dem großen Orchester vermögen auch die Solisten das Publikum zu fesseln: Erpenbeck mit der Figaro-Arie "Will er gern tanzen", der erst 15-jährige Cellist Carlo Lay mit zwei brillant gespielten Sätzen aus Haydns erstem Cellokonzert und BOB-Soloklarinettist Hajo Büsching, der im Rondo aus Mozarts Klarinettenkonzert keine Angst vor großen Sprüngen hat und die Sechzehntelläufe und Dreiklangsbrechungen so sanft wie Perlen funkeln lässt.

Dieses von Christine Lauter konzipierte Familienkonzert überzeugt durch eine gelungene Mischung aus kindgerecht aufbereiteter Information und sinnlich präsentierter Musik. Reisen bildet. Und wer Bobbys Trip in die Klassik genossen hat, wird beim nächsten Mal auch gern mit ihm in die Romantik aufbrechen.