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Pantheon Casino: Jens Heinrich Claassen kämpft gegen die Zeit

Pantheon Casino : Jens Heinrich Claassen kämpft gegen die Zeit

Es ist ein Vorurteil, das wissen wir. Aber irgendwie wirkt der leicht dickliche, leicht schwitzende und mit seinem Biene-Maja-Hemd auch leicht gekleidete Mann auf der Bühne wie der Prototyp des Computernerds. Der noch nie eine Frau geküsst hat. Also, richtig geküsst hat.

Jens Heinrich Claassen bestätigt im Pantheon Casino diese spontanen Assoziationen. Fast schon unheimlich, diese Analogie: "Neulich hätte ich fast eine Frau geküsst." Kunstpause. "Es fehlten nur zwei Meter, dann hätt' ich's geschafft." Mit "Mama findet's lustig - Betreute Comedy" pustet der Düsseldorfer Klaviercomedian ein außergewöhnlich dünnes und dürftiges Konvolut aus Liedchen und Anekdötchen zu einem Scheinprogramm auf, das seine humoristische und inhaltliche Unterbelichtung an keiner Stelle kaschieren kann.

Songs über Spieleabende oder handyfreie Zonen wechseln sich ab mit Schwänken aus Claassens Leben, das ihm erstaunlicherweise regelmäßige Bookings bei Night Wash und auf Kreuzfahrtschiffen beschert. Ansonsten schwadroniert sich Claassen über die Zeit. Gegen Ende wird sein pseudo-spitzbübisches Gefasel nahezu unerträglich. "Meine Damen und Herren, Sie merken, ich zögere das Ende hinaus." Leider!

Nach der Show werde er "noch ein Kinderbier trinken und ein wenig in meinem Malbuch malen". Ei der Daus. Dann viel Spaß dabei.