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Auto: Jan-Philipp Sendker zu Gast im Metropol-Kuppelsaal

Auto : Jan-Philipp Sendker zu Gast im Metropol-Kuppelsaal

Romantik? Frauensache. Jedenfalls überwiegend. Jan-Philipp Sendker muss es wissen, schließlich ist er bei seinen Lesungen häufig der einzige Mann im Raum, wie er im Metropol-Kuppelsaal berichtete.

Dort hatten immerhin sechs Männer Platz genommen, hinzu kamen 70 Frauen. Mit seinem Roman "Herzenhören" gelang dem früheren Amerika- und Asien-Korrespondenten des "Stern" ein internationaler Bestseller, der in 30 Sprachen übersetzt wurde.

Zurzeit schreibt er an dem Drehbuch für die beschlossene Verfilmung. "Herzenstimmen" ist nun die Fortsetzung von "Herzenhören". Die erfolgreiche Anwältin Julia Win, die vor zehn Jahren als neuer Mensch aus Burma nach New York zurückkehrte, spürt, wie das rastlose Leben im Big Apple sie verzehrt.

Da führen ein Brief ihres burmesischen Halbbruders und eine fremde innere Stimme sie abermals in das exotische Land. "Sie ist eine Suchende", sagte Sendker über die Romanfigur. "Das sind nicht die einfachsten, aber die interessantesten Menschen."

Der Schriftsteller las bloß kurze Auszüge vor, viel lieber berichtete er von persönlichen Schlüsselmomenten: "Es gibt kein Land, das mich so berührt und bewegt hat wie dieses kleine Burma." Etwa in Gestalt eines alten Buchhändlers, der in seinem winzigen, vollgestapelten Laden in Rangun mit Leim, Stift und Papierschnipseln alte Lieblingsbücher restauriert.

Oder sich frisch gefundener Liebespaare, die im Teehaus sitzen, und der Mann singt der Frau Lieder vor. Und in Form eines sehr burmesischen Gedankens: "Man bedankt sich bei dem, dem man eine Freude machen darf."

Jan-Philipp Sendker: Herzenstimmen. Blessing, 352 Seiten, 19,95 Euro