Beethoven-Haus: Ishizaka: Vom Werden der Musik

Beethoven-Haus : Ishizaka: Vom Werden der Musik

Einen Einblick in das Werden einer Beethoven'schen Komposition konnte man am Mittwoch im Beethovenhaus erhalten. Im zweiten Konzert der Reihe "Beethoven extra" widmeten sich der aus Bonn stammende Cellist Danjulo Ishizaka, Pianist Markus Schirmer und Musikwissenschaftler Jens Dufner Beethovens Werken für Violoncello und Klavier.

Mit einem der frühen Werke dieser Gattung, den Variationen über "Bei Männern, welche Liebe fühlen", begannen die beiden Musiker den Abend, wobei sie die verschiedenen Charaktere der Variationen bestens umsetzten. Dufner erläuterte aufgrund dieses frühen Werk den Werdegang vom Autograph zum publizierten Exemplar. Interessant für den musikalischen Laien waren besonders seine Erläuterungen zu den Verfahrensweisen und Techniken, mit denen man im Beethoven-Haus versucht, auch das letzte im Notentext verborgene Geheimnis zu lüften - notfalls müssen da auch schon mal Spezialgeräte des BKA angefragt werden.

Aus editorischer Sicht spannender als der Variationszyklus ist die letzte von Beethovens Cellosonaten, bei der das handschriftliche Manuskript Beethovens lediglich ein Baustein von vielen war, um das heute zu hörende Werk herauszugeben. Nach der Pause widmete man sich der populären Sonate A-Dur op. 69. Vertraut und verwirrend zugleich wirkte die zunächst gespielte Frühfassung des ersten Satzes. Die Änderungen nahm Dufner diesmal gemeinsam mit den Musikern etwas genauer unter die Lupe. Freudig und beschwingt war zum Abschluss des Abends die endgültige Fassung der A-Dur-Sonate zu hören, die Ishizaka und Schirmer in hervorragendem Zusammenspiel und mit viel Energie vortrugen.

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