Bares für Rares: Ingolf Lück verkauft Rarität auf Schloss Drachenburg

Bares für Rares : Ingolf Lück verkauft Rarität auf Schloss Drachenburg

Zur Primetime am Mittwochabend war Horst Lichter mit seiner Trödelshow Bares für Rares erneut auf Schloss Drachenburg in Königswinter zu Gast. Dabei wechselten jede Menge teure Dinge den Besitzer.

Man kann schon verstehen, warum sich das Team um Moderator Horst Lichter am Mittwochabend erneut Schloss Drachenburg als Drehort für seine große Trödelshow Bares für Rares ausgesucht hat. Allein die Drohnenbilder mit Blick auf das Gemäuer sowie Bonn und den Rhein im Hintergrund sind atemberaubend. Aber für die Primetime-Ausgabe - mit 5,21 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 17,6 Prozent Quoten-Tagessieger - hatte das ZDF auch wieder einige verkaufswillige Gäste eingeladen, die ein paar besondere - und auch ziemlich wertvolle - Stücke mitgebracht hatten. Diese wurden von den Experten Heide Rezepa-Zabel, Albert Maier, Sven Deutschmanek und Detlev Kümmel bewertet.

Gleich zu Beginn hatten Carina und Fenja Bauer einen Ziertisch aus Österreich mitgebracht, der mit bekannten Frauenporträts geschmückt war. Für den zwischen 1902 und 1930 gefertigten, pompösen Tisch der Firma Franz Dörfl wollten Mutter und Tochter 2000 bis 3000 Euro haben, wert war er laut Expertise sogar 4500 bis 5000 Euro. Am Ende kaufte Händler Ludwig "Lucki" Hofmaier das Stück für 3100 Euro.

Für Begeisterung bei Albert Maier sorgte auch ein Bild, das Doris und Dieter Machill nach Schloss Drachenburg mitbrachten. Das Gemälde mit einem Porträt der spanischen Infantin Isabella hatte Doris Machill zu ihrem 40. Geburtstag von ihrem Vater bekommen. Das Bild entstand um 1600 und wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich restauriert. Leider war das Gemälde nicht signiert und konnte dem Maler Bartolomeo González nicht eindeutig zugeordnet werden. Sonst wäre es zwischen 90.000 und 100.000 Euro wert gewesen. So kam Maier aber auch dank des „sensationellen Rahmens“ immer noch auf eine Schätzung von 10.000 bis 15.000 Euro, das Paar aus Wiesbaden hatten einen Wunschpreis von 4000 Euro. Den Schätzpreis erreichte das Gemälde nicht ganz, die Bornheimer Schmuckhändlerin Susanne Steiger ersteigerte es aber für immerhin noch 8500 Euro.

Überraschung für einen Schüler aus Neuwied

Mit einer Wanderkinoanlage aus der DDR kam der bekannte Comedian und Schauspieler Ingolf Lück ins Siebengebirge. Stative, Filmrollen, Filme und zwei Projektoren der Firma Carl Zeiss Jena stammen aus den 1960er Jahren, der Zustand der Anlage war allerdings nicht mehr ganz so gut. So betrachteten die Händler die Objekte auch eher als schöne Deko. Dennoch erhielt Lück 850 Euro dafür und damit 250 Euro mehr als der Schätzwert. Das Geld geht an Lücks Stiftung, Händler Wolfgang Pauritsch bekam zudem noch zwei Autogramme auf die Projektoren.

Gefreut haben dürfte sich auch Schüler Philipp Liller aus Neuwied. Der 18-Jährige hatte den Händlern eine echte russische Bronze von Vassily Gratchev von 1870/80 mitgebracht. Sie zeigt einen Kosaken-Reiter auf einem Pferd, der aus dem Krieg zurückkehrt und seine Geliebt küsst. Nachdem der Neuwieder eigentlich nur ein paar hundert Euro für das Stück, das ihm sein Großvater geschenkt hatte, haben wollte, überraschte ihn Experte Maier mit einer Schätzung von 3000 Euro für die Bronze von „hervorragender Qualität“. „Was?“, stieß Liller begeistert aus. Händler Pauritsch bekam schließlich für 2000 Euro den Zuschlag.

Schwierig zeigte sich erneut der Verkauf eines Autos. Auch wenn das bislang erfolgreichste Exponat bei Bares für Rares ein Oldtimer der Marke Borgward war, der für 35.000 Euro verkauft wurde, zeigte sich auch am Mittwochabend wieder, das die Händler Autos in der Regel nicht ohne konkreten Käufer im Hintergrund erwerben. So musste dann auch Frank Jungblut als Einziger unverrichteter Dinge wieder von Schloss Drachenburg abziehen. Der 49-Jährige wollte für seinen Colani GT auf der Basis eines VW Käfers 19.000 Euro, schließlich hatte er das Auto komplett zerlegt in einer Scheune gefunden und mit einem Freund in zahlreichen Stunden selbst wieder restauriert. Und auch wenn es aus der Originalserie nur wenige Fahrzeuge gibt und das Auto TÜV und Straßenzulassung hatte, mehr als die 16.000 Euro von Walter "Waldi" Lehnertz gab es nicht - und somit auch keinen Deal.

Verkauft wurden dagegen noch Schmuck an Elisabeth "Lisa" Nüdling für 1600 Euro (Schätzung: 2100 bis 2400 Euro) und ein kurioser Katzentisch-Kurbelautomat aus den 1920er Jahren für 600 Euro an „Waldi“ (Schätzung: 600 bis 800 Euro).

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