Konzertreihe im Bonner Münster: Hier darf Bach auch mal verjazzt werden

Konzertreihe im Bonner Münster : Hier darf Bach auch mal verjazzt werden

Ab Juli gibt es im Bonner Münster wieder die beliebte sommerliche Reihe „NachtMusik“. Die Renovierungsarbeiten werden sich bemerkbar machen: Es wird weniger Konzerte geben.

Nicht nur die im Oktober beginnende Sanierung der Beethovenhalle hat Auswirkungen auf das Musikleben der Stadt Bonn, auch die anstehenden Renovierungsarbeiten am Bonner Münster werden sich für das Musikleben bemerkbar machen. Noch ist unklar, wie genau es mit der Musik im Bonner Münster während der Renovierungsarbeiten aussehen wird; klar ist jedoch, dass es Konzerte in dieser Dichte eine ganze Weile nicht geben wird, wie Münster-Organist Markus Karas aus Anlass der Programmvorstellung zur diesjährigen Orgel-Sommerreihe „NachtMusik“ in der Basilika sagte. „Nutzen Sie jetzt noch einmal die Chance“, warb er deshalb für die kommenden Konzerte.

Neben Karas war auch Münster-Kommunikationschef Reinhard Sentis auf die Orgelempore gekommen. Die Reihe, deren Konzerte ab dem 7. Juli wöchentlich an jedem Donnerstag um 21 Uhr stattfinden, hat sich inzwischen etabliert und erfreut sich großer Beliebtheit. Sentis betonte, dass der Kirche natürlich vor allem an einem Austausch mit den Menschen gelegen sei – auch auf musikalischer Ebene. Ein niederschwelliges Angebot auch für Menschen, die vielleicht den Raum Kirche im liturgischen Kontext scheuen und Vorbehalte haben, das ist auch Karas' Anliegen.

Um die Orgel auch einmal von der Liturgie zu lösen, ist Karas sehr daran gelegen, Abwechslung in seine Programme zu bringen und nicht nur klassische Orgelprogramme in seiner „NachtMusik“ zu berücksichtigen. Gleichwohl kommen auch die klassisch orientierten Konzertbesucher auf ihre Kosten: Das aktuelle Reger-Jahr 2016 ist Anlass, am 28. Juli ein Konzert mit einer Gegenüberstellung von Bach und Reger geben. In den beiden Konzerten mit dem Titel „Orgel pur“ werden Burkhard Ascherl (Stadtkirche Bad Kissingen) und Friedemann Johannes Wieland (Ulmer Münster) am 7. Juli und 4. August mit zugänglichen Werken von der Familie Mozart, Bach, Fauré, Widor, Mendelssohn zu hören sein.

Wichtig war Karas bei der Gestaltung der Sommerreihe aber auch der musikalische Dialog, der in den sonst üblichen Kirchenkonzerten keine Beachtung findet. So wird es am 14. Juli einen Abend mit dem Daniel Schmahl Trio und verjazztem Bach geben und als ganz neue Ausrichtung in der Reihe am 11. August Klezmer mit Balthasar Guggenmos (Orgel) und Bernd Spehl (Klarinette), die schon seit einiger Zeit gemeinsame Programme erarbeiten. Mit einem eher volkstümlichen Programm gemeinsam mit dem Duisdorfer Musikverein ist Markus Karas selbst am 18. August zu hören, wenn er über die Stücke des Blasorchesters improvisiert – ein musikalischer Dialog im engsten Sinne.

Wie in den vergangenen Jahren werden die Konzerte um 21 Uhr beginnen und eine Stunde dauern. „Mit der Uhrzeit haben wir ganz gute Erfahrungen gemacht. Die Besucher können vorher schon den Abend einleiten und nach dem Konzert noch etwas trinken gehen. Für den Sommer ist das ideal.“ Auch inhaltlich ist es ihm gelungen, seinem Konzept mit einem Schwerpunkt auf eher unbekannten Werken, aber auch immer – dem Sommer angemessen – leichteren Stücken treu zu bleiben.

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