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Im Universitätsclub Bonn: Gisela Thielmann zeigt Skulpturen und Papierarbeiten

Im Universitätsclub Bonn : Gisela Thielmann zeigt Skulpturen und Papierarbeiten

Mit dem antiken Epos der Odyssee hat sich Gisela Thielmann lange beschäftigt und als Anregung für ihre bildhauerische Arbeit genutzt.

Der so entstandene Zyklus steht nun im Mittelpunkt einer Ausstellung in den Räumen des Bonner Universitätsclubs. Odysseus, den listenreichen Helden, zeigt die Bildhauerin als Torso mit einer kraftvollen und vorwärts strebenden Bewegung.

Helm und Schild, die einzelnen Körperpartien und das Gesicht sind weitestgehend abstrahiert. Ähnliches gilt für die Büste der Göttin Athene und die Gruppe der drei Sirenen. Gisela Thielmann reduziert die Binnenformen weiter und weiter, bis das Wesen der Figur in seiner kompakten Erscheinung freiliegt.

In technischer Hinsicht erweist sich die 63-jährige Bildhauerin, die in Königswinter Atelier und Wohnsitz hat, als äußerst vielseitig und versiert. Mit den Skulpturen aus patiniertem Ton oder Bronze korrespondieren druckgrafische Arbeiten, in denen die Künstlerin Weinfilterplatten, die bei der Weinherstellung verwendet werden, mit Linol- und Holzschnitten bedruckt.

Hier begegnet man erneut den Sirenen oder begleitet Odysseus, der zu seiner Frau Penelope zurückkehrt. Im Foyer, im Treppenhaus und in der oberen Etage zeigt sie kleine Bronzen, darunter das Modell der Sirenen oder die Figur "Antriebslos".

In weiteren Papierarbeiten und Skulpturen erkundet die Künstlerin zum Teil unkonventionelle Techniken. So hat sie die Oberfläche der beiden großen Wächterfiguren am Eingang mit Tadelakt, einem speziellen Kalkputz aus Marokko, bearbeitet. Dieser Putz wird in mehreren Schichten aufgetragen, mit einem Stein und Olivenölseife behandelt und nach dem Trocknen mit Wachs poliert.

Universitätsclub Bonn, Konviktstraße 9, bis 28. Februar, Mo-Fr 9-13 Uhr.