Film Festival Cologne: 100 Werke und prominente Gäste in Köln

Visuelle Abenteuer : Das Film Festival Cologne zeigt rund 100 Werke

Im Oktober findet das Film Festival Cologne im Cineplex-Filmpalast in Köln statt. Rund 100 Programmpunkte hat das Team herausgesucht. Außerdem sind viele prominente Gäste dabei.

Es gab auch schon Verlegenheitslösungen beim Filmpreis Köln. Doch wenn Nicolas Winding Refn am Schlusstag des Film Festival Cologne (10.-17. Oktober) die von Stadt Köln und Filmstiftung NRW vergebene Ehrung erhält, erfüllt er das Profil mustergültig: Schließlich soll der Preis Personen gelten, "die in herausragender Weise zur Weiterentwicklung der Film- und Mediensprache beigetragen haben".

Mit seinen Thrillern "Only God Forgives" und "Drive" sowie dem Horrordrama "The Neon Demon" stieß der Däne in visuelle Grenzbereiche vor. In der Hommage ist unter anderem seine Kopenhagener "Pusher"-Trilogie zu sehen, als "Carte Blanche" wählte der Preisträger fünf jener verschollenen und auf seiner Streaming-Plattform geretteten Filmschätzchen aus, die originell mit schlechtem Geschmack paktieren. Den Hollywood Reporter Award bekommt mit Abel Ferrara ("Bad Lieutenant") ebenfalls ein Hochkaräter, der in Köln die Deutschlandpremiere seines autobiografisch gefärbten Films "Tommaso" mit Willem Dafoe feiert. Neu ist der Cologne Creative Award, den der cineastisch geprägte Game-Entwickler Hideo Kojima aus Japan bekommt.

Alle acht Säle des Cineplex-Filmpalastes

Festivalchefin Martina Richter freut sich, dass man diesmal alle acht Säle des Cineplex-Filmpalasts am Hohenzollernring bespielt und die Preis-Gala erstmals im E-Werk ausrichtet. Programmchef Johannes Hensen und sein Team haben mehr als 1000 Einreichungen gesichtet und knapp 100 Programmpunkte herausgepickt, "zunehmend mehr Kino als Fernsehen", wie Hensen berichtet. Als Eröffnungsfilm soll Quentin Dupieux' "Deerskin" mit Jean Dujardin als Möchtegern-Filmemacher Lust aufs Festival machen, das aus Cannes etwa den Sieger "Parasite" mitbrachte und aus Venedig Roy Andersons Regiepreisgewinner "Über die Unendlichkeit".

Die Sektion "Benelux Meets NRW"zeigt sieben Werke, darunter als Deutschlandpremiere "Young Ahmed" von den belgischen Brüdern Jean-Pierre und Luc Dardenne.

Fiktionale und dokumentarische Formate

Älteste Sparte der früheren Cologne Conference ist "Top Ten TV". Diesmal kann man Benedict Cumberbatch als Manipulator Dominic Cummings in "Brexit - Uncivil War" erleben oder Helen Mirren als Katharina die Große. Die Kinohöhepunkte sind diesmal in fiktionale wie dokumentarische Formate aufgeteilt. Bei den Spielfilmen dürften Céline Sciammas "Porträt einer jungen Frau in Flammen" sowie Joanna Hoggs "The Souvenir" Glanzlichter setzen, unter den Dokus ist das syrische Bürgerkriegstagebuch "For Sama" am höchsten einzuschätzen.

Ins Rennen um den besten Beitrag der Reihe "Made in NRW" gehen je sechs Beiträge aus beiden Filmsparten. Am spektakulärsten: Patrick Vollraths in den Kölner MMC-Studios gedrehter Cockpit-Thriller "7500" mit Joseph Gordon-Levitt als gestresstem Piloten.

"Inspector Barnaby"-Abend geplant

Mario Adorf ist als Hauptfigur in Dominik Wesselys Bio-Pic "Es hätte schlimmer kommen können" präsent, steht aber auch (neben Thilo Prückner) im Mittelpunkt der Rentner-Gangstergeschichte "Alte Bande". Ebenfalls als "Special Screening" ist ein "Inspector Barnaby"-Abend geplant, bei dem mit der Anwesenheit der Mimen und Macher gerechnet wird.

In der Reihe "Look" ist Jan Bonnys "Jupp, watt hamwer jemaht?" zu sehen, wobei es unter anderem um den betrügerischen Kunstberater Helge Achenbach und Ex-Kanzler Gerhard Schröder geht. Mit von der entlarvenden Partie: Bibiana Beglau und Joachim Król.

Im Onlineshop des Veranstalters gibt es unter filmfestival.cologne/ticket sowohl Festivalpässe für fünf, zehn oder 15 Filme (für 30, 55 und 80 Euro) als auch Einzelkarten für acht Euro. Tickets sind außerdem während der Öffnungszeiten im Festivalzentrum im Cineplex Filmpalast Köln, Hohenzollernring 22, und an der Abendkasse im Kino erhältlich.

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