Brühler Schlosskonzerte: Feuerwerk im gewohnten Rahmen

Brühler Schlosskonzerte : Feuerwerk im gewohnten Rahmen

Die gute Nachricht zuerst: Strukturell bleibt bei den Brühler Schlosskonzerten alles wie es ist, sagte deren künstlerischer Leiter Andreas Spering bei der Vorstellung des Programms für 2014. Es gibt weiterhin die Schlosskonzerte, die Mitte Mai starten und auch das Haydn-Festival ab Ende August.

Einige Abstriche musste man aus verschiedenen Gründen allerdings machen: Die gut angenommene Bach-Reihe in der Winterzeit fiel den neuen Planungen ebenso zum Opfer wie das Max- Ernst-Museum als Spielstätte, wo besonders beim Abschlusswochenende des Festivals innovative Projekte liefen. Hier war vor allem die deftige Erhöhung des Mietpreises durch die Stadt Brühl der Grund für die Aufgabe der Spielstätte, wie Lena Hug, Geschäftsführerin der Schlosskonzerte, bei der Vorstellung des Programms erläuterte.

Dennoch, sehen lassen kann sich das Paket aus Schlosskonzerten und Haydn-Festival auch in diesem Jahr. Die Crème de la crème der historischen Aufführungspraxis gibt sich wieder die Klinke in die Hand, angefangen von Daniel Rothert ("Einer der aufregendsten Flötisten unserer Zeit", so Spering), der die Reihe der Schlosskonzerte am 10. Mai eröffnet, über den von keinem Geringeren als Alfred Brendel so hochgelobten Pianisten Kit Armstrong am 27. August bis hin zu Christoph und Julian Prégardien, die - Vater und Sohn - mit ihrem Begleiter Michael Gees am 29. August einen Liederabend geben.

Auch Sperings eigenes Hausensemble, die Capella Augustina wird wieder im Treppenhaus von Schloss Augustusburg konzertieren, zur Eröffnung des Festivals am 22. August etwa mit Werken von Beethoven und Haydn oder am Schlusswochenende mit der Oper "L'Infedeltá delusa", einem weiteren Geniestreich aus der Feder des nach Ansicht von Spering heutzutage sträflich vernachlässigten Opernkomponisten Haydn. "Die Musik steht in keinerlei Weise den großen Mozart-Opern nach. Das ist mir ein ganz wichtiges Anliegen, die Pflege des vielleicht wichtigsten Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts."

Den will man im Übrigen auch Kindern und Jugendlichen nahebringen, dieses Mal nicht mit eigenen Kinderkonzerten, sondern einer Reihe von Workshops, die Schlosskonzerte und Haydn-Festival begleiten. Und auch öffentliche Proben wird es in diesem Jahr wieder geben. "Die Disziplin im Ensemble steigt dann ungemein", wie Spering mit einem Augenzwinkern verriet.

Eine Neuerung gibt es dann doch in diesem Jahr: Das Feuerwerk am Abschlusswochenende wird wieder mit live gespielter Musik begleitet. Grund: Die Terrasse des Schlosses, die in den letzten Jahren wegen Restaurierungsarbeiten gesperrt war, soll in Bälde fertig werden, wie Alexander Wüerst, neuer Vorsitzender des Vereins der Brühler Schlosskonzerte in Aussicht stellte. Karten gibt es ab sofort in den Bonnticket-Shops des General-Anzeigers. An der Abendkasse gebe es entgegen der Ansicht, die Konzerte seien immer ausverkauft, meistens noch Karten, so Spering.

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