Sankt Marien in Bonn: Festlicher Abschluss der Weihnachtszeit

Sankt Marien in Bonn : Festlicher Abschluss der Weihnachtszeit

In der Kirche Sankt Marien wird umgeräumt: Bei einen besonderen Gottesdienst zum Abschluss der Weihnachtszeit wird die Mitte der Kirche auch zum Zentrum des Geschehens.

Deshalb heißt es, Kirchenbänke umzudrehen und zu verschieben. Kirchenmusiker Vincent Heitzer und die Chorgemeinschaft Sankt Marien gestalten an diesem Sonntag "a ceremony of nine lessons and carrols".

Diese Gottesdienstform stammt aus der anglikanischen Tradition und wurde zum ersten Mal 1918 im Kings College in Cambridge gefeiert. In neun Lesungen wird die Geschichte der Geburt Jesu erzählt. Mit neun Weihnachtsliedern antworten Chor und Gemeinde auf die Lesungen. Eine Predigt gibt es in der einstündigen Zeremonie nicht.

"Ich habe die ceremony of nine lessons and carrols auf einer Englandreise erlebt und gedacht, das wäre was für uns", sagt Heitzer, der Seelsorgebereichskirchenmusiker für den Pfarrverband Bonn-Mitte ist. Damit Texte und Musik zum gemeinsamen Erlebnis aller Teilnehmer werden, sitzt der Chor in der Mitte der Gemeinde, ebenso wie Pfarrer und Messdiener.

Alle Blicke richten sich auf die Mitte der Kirche. "Es ist ein ganz dichtes Erleben, eine besondere Andacht", sagt Martina Deutsch, die die Feier aus beiden Blickwinkeln kennt. Zuvor als Gottesdienstteilnehmerin, jetzt als Sängerin im Kirchenchor. Der Chor zieht singend in die Kirche ein. Es kommen nicht nur traditionelle englischsprachige Lieder wie "Once in Royal David's City" und "Hark! The Herald Angels Sing" vor, sondern auch deutsche Weihnachtslieder wie "Nun freut euch ihr Christen".

"Es sollen alle mitsingen können", sagt Heitzer. Zum dritten Mal findet der Gottesdienst in Sankt Marien statt, zum dritten Mal ist auch Organist Martin Zonnenberg aus den Niederlanden dabei, der dort durch die Fernsehsendung "Die Niederlande singen" bekannt ist. Die "ceremony of nine lessons and carrols" beginnt am Sonntag, 6. Januar, um 18 Uhr in Sankt Marien, Adolfstraße 28.

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