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Familienkonzerte des Beethoven Orchesters werden zum Renner

Familienkonzerte des Beethoven Orchesters werden zum Renner

15 000 Zuhörer in einer Saison - Zum Finale eine kleine "Zauberflöte"

Bonn. Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Zum Abschluss des letzten Familienkonzerts dieser Saison, das unter dem Titel "Schwarz und weiß wie Nacht und Tag" die Augen und vor allem die Ohren der kleinen Opernbesucher auf Mozarts "Zauberflöte" lenkte, konnte der 15 000. Zuhörer begrüßt werden.

Das neue Konzept von Thomas Honickel und dem Beethoven Orchester ist damit voll aufgegangen. Und wer weiß, vielleicht lässt sich ja über die "Kids" der eine oder andere Erwachsene zusätzlich noch gewinnen. Was diese "Zauberflöten"-Produktion auszeichnet, ist, dass sie sich auf eine ganz natürlich wirkende Spielebene begibt, die Klamauk ebenso meidet wie Belehrendes: Zur Ouvertüre flaniert völlig selbstverständlich die Personnage bereits einmal über die Bühne.

Bei Honickel werden Kinder als kleine Persönlichkeiten wirklich ernst genommen. Den halbszenischen, durch Zwischentexte ergänzten Querschnitt durch Mozarts Schikaneder-Vertonung hatte man mit aufstrebenden jungen Solisten aus Nordrhein-Westfalen besetzt, die allesamt über eine bereits beeindruckend geläufige Gurgel verfügen. An eine Rolle wie die der "Königin der Nacht" trauen sich wegen ihrer stimmbandstrapaziösen Höhe der Koloraturen selbst erfahrene Sängerinnen nur mit Vorsicht heran.

Kathrin Burghardt gab in beiden Arien ihr Bestes und ließ vor allem "Der Hölle Rache" gleichsam mit blank gewetztem Stahl kochen. Lyrische Mozart-Stimmen kündigen sich bei Steffanie Patzke (Pamina, 2. Dame), Katharina Greiß-Müskens (Papagena, 3. Dame), Nathan Northrup (Tamino), Marco Agostini (Monostratos), Javier Zapata Vera (Papageno) und Jochen Bauer (Sarastro) an. Die drei Knaben gaben Julia Fuckert, Charleen Manke und Mira Wissmann. Und alle zusammen ersetzten den Opern-Chor.

Das Beethoven Orchester zeigte sich unter Honickels federndem, plastisch differenzierendem Dirigat an allen Pulten glänzend aufgelegt. Von besonderer Anmut die Solo-Oboe im Quintett von Papageno, Tamino und den drei Damen. Für die dramaturgische Klammer sorgte der in die Spielhandlung bisweilen eingebundene Erzähler in Person von Bernhard Hoëcker. Das junge Publikum zeigte selbst nach fast zwei Stunden kaum Ermüdungserscheinungen und reagierte mit begeistertem Schluss-Applaus.