Arp Museum Rolandseck: Ein gewichtiger Abend

Arp Museum Rolandseck : Ein gewichtiger Abend

Aus lediglich zwei Werken bestand das Programm des Konzertes, das Stipendiaten der Villa Musica-Stiftung zusammen mit dem Cellisten David Geringas im Arp Museum Rolandseck gaben: den Klavierquintetten Es-Dur op.

44 von Robert Schumann und f-Moll op. 34 von Johannes Brahms. Keine leichte Kost, die sich die Stipendiaten da ausgesucht hatten, denn allein die riesigen Dimensionen beider Werke erfordern ausdauernde Interpreten. Und das waren die Musiker zweifellos.

Mit Schumann startete man furios. Schon die ersten Takte des Kopfsatzes machten mit ihrem resoluten Gestus gute Laune. Charakteristisch für die Interpretation war das starke Kontrastieren von Gegensätzen. Vor allem die Pianistin Alexandra Schmiedel, die erst in ihr Spiel hineinfinden musste, dann aber gewichtige Akzente setzte, tat sich hier hervor.

Der stockende Beginn des zweiten Satzes war ein Ausbund an systematischer Feinarbeit, so sehr gingen Artikulation, Emphase und Ausdruck hier Hand in Hand. Sindri Lederer und Yeo Young Yoon, Violine, und William Murray, Viola, überzeugten nicht nur in diesen Passagen mit überaus dichtem Spiel. Auch den dramatischen Exkurs dieses Satzes gestalteten sie überaus intensiv.

Auch Brahms' Quartett op. 34, nun mit Carolina Montes an der Viola und Nikolai Gerassimez am Klavier, spielten die Stipendiaten mit bemerkenswerter Akkuratesse, wenn man einmal von einigen Passagen im Andante absieht. Ein alles in allem gewichtiger Abend.

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