Kammerkonzert in der Erlöser-Kirche: Ein gelungener Einstand

Kammerkonzert in der Erlöser-Kirche : Ein gelungener Einstand

Bonn hat eine neue Kammermusikreihe. In dieser Saison sind es zunächst nur drei Konzerte, die der 2011 gegründete Verein "Kammermusik für Köln" im historischen Gemeindesaal der Erlöserkirchengemeinde veranstaltet.

In der Domstadt, wo man sich im Sancta-Clara-Keller am Römerturm verortet hat, ist man schon eine feste Größe. In Bonn könnte man zu einer solchen werden, denn mit dem Gemeindesaal hat man eine Räumlichkeit, die akustisch wie architektonisch hervorragend für solche Konzerte geeignet ist.

Fehlt nur noch die Musik, und da hat man bei Kammermusik in Köln potente Namen an der Hand. Das Signum Quartett zum Beispiel, das zusammen mit einem zweiten, von Eugenia Ottaviano, Juta Õunapuu-Mocanita, Matthias Buchholz und Oren Shevlin gebildeten Quartett die Reihe eröffnete.

Dies taten die Streicher mit zwei Sätzen für Streichoktett von Dmitri Schostakowitsch: zurückhaltend-unprätentiös der erste, eine mit sportiver Eleganz absolvierte Tour de Force der zweite. Das war nicht nur im übertragenen Sinne schräg und wurde mit ordentlich Dampf unter den Saiten aufgetischt.

Hauptwerk des Abends war Felix Mendelssohn Bartholdys Es-Dur Oktett op. 20, ein ungestümes Jugendwerk. Locker-flockig und mit viel Überschwang ging man die Rahmensätze an, mit viel schmalzgetränktem Brio das Andante und ausgesprochen leicht, nur in den feinsten Nuancen zuweilen etwas pauschal das Scherzo.

Eingebettet zwischen die Oktett-Werke spielte das Signum Quartett alleine Franz Schuberts Rosamunde-Quartett.

Lieblich, leicht und liedhaft nahm man Schuberts sangliche melodiöse Ergüsse in Angriff, tänzerisch und fein ziseliert etwa das Menuetto, sehr lyrisch und verhalten den Kopfsatz. Ein gelungener Einstand.

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